Besonderes Jubiläum: Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz (SWP) wird in diesem Jahr 90 Jahre alt und blickt auf eine bewegte Erfolgsgeschichte zurück. Von den Anfängen während der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er-Jahre über Namensänderungen und wirtschaftliche Sanierungen bis hin zum einen oder anderen Skandal ergibt sich ein mitreißendes zeitgeschichtliches Porträt.

Hier eine Zeitleiste mit einem Überblick der wichtigsten Daten:

  • 1932 | Als Theater- und Kulturorchester durch Kapellmeister Hans Rüdinger ins Leben gerufen
  • 1944 | Kriegsbedingte Schließung aller deutschen Theater und Orchester
  • 1945 | Neugründung als städtisches Orchester Konstanz
  • 1950-58 | Leitung durch den ersten Musikdirektor, Richard Treider
  • 1959-62 | Unter der Leitung von Heinz Hoffmann gewinnt das Orchester überregionale Bedeutung
  • 1962 | In Bodensee-Symphonie-Orchester umbenannt
  • 1965 | Erfolgreiche Intendanz unter Günter Neidlinger
  • 1971 | Mit Tamás Sulyok findet das Bodensee-Orchester einen sehr renommierten Dirigenten
  • 1984 | Ende der Ära Sulyok nach dem Fortgang des Dirigenten
  • 1985 | Orchesterleitung unter dem neuen Dirigenten Thomas Koncz
  • 1988 | Umbenennung des Orchesters in Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz (SWP)
  • 1991 | Millionendefizit belastet die Wirtschaftsbilanz
  • 1992 | Geschäftsführer Peter Conzelmann führt die Philharmonie auf Sparkurs
  • 2003 | Intendant Christian Lorenz sorgt für eine Erneuerung der Philharmonie
  • 2006 | Die SWP wird zum Eigenbetrieb erklärt
  • 2012 | Die Intendanz Florian Riems gerät aufgrund finanzieller Probleme unter öffentlichen Druck; Riem verlässt die SWP
  • 2018 | Insa Pijanka tritt als erste Frau die Intendanz bei der SWP an
  • 2021 | Zusammenschluss der Musikschule Konstanz und der Philharmonie Konstanz zum gemeinsamen Eigenbetrieb
Neue Doppelspitze:
Dieter Dörrenbächer, Leiter der Musikschule Konstanz, und Insa Pijanka, Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie | (c) Johannes Raab

Fusion von Musikschule & Philharmonie

Seit November 2021 sind die SWP und die Musikschule Konstanz ein gemeinsamer Eigenbetrieb. Zusammen arbeiten die Mitarbeitenden und Musiker*innen seither an gemeinsamen Formaten und Programmen. Mit dem „Fusion“-Konzert am 3. Juli in der Konzertmuschel im Konstanzer Stadtgarten wurde das erste Format bereits gefunden. Musiker*innen der SWP und der Musikschule werden an diesem Abend gemeinsam auftreten, und es wird neben Solo-Auftritten der jeweiligen Ensembles zusammen mit jungen Solisten aus der Musikschule Konstanz auch ein gemeinsames „side-by-side“ geben. Ziel ist es, so die musikalische Ausbildung und die professionelle Orchestertätigkeit auf Augenhöhe zu vernetzen. Im Juli soll darüber hinaus das neue, gemeinsame Corporate Design von Musikschule und Philharmonie auf allen Plattformen gelauncht werden. Im September geht es dann erstmals als gemeinsamer Eigenbetrieb unter der Doppelspitze Insa Pijanka (Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie) und Dieter Dörrenbächer (Leiter der Musikschule Konstanz) in die neue Saison 2022/2023, für die in Kürze nach zweijähriger Pause auch wieder Abos erworben werden können.

„Konstanzer dürfen sich freuen, denn in Zukunft werden sie sich noch intensiver mit Musik beschäftigen können. Philharmonie und Musikschule arbeiten ab sofort gemeinsam daran, das Musikleben der Stadt mit vielen neuen Impulsen zu beleben“, Dieter Dörrenbächer, Leiter der Musikschule, über die Fusion.

„Das Konstanzer Modell strebt nach einem Zusammenwirken von Kräften, die sich gegenseitig fördern und fordern. Gemeinsam wollen wir das Thema Musik noch vielseitiger in der Stadt sichtbar machen; niederschwellige Zugangsmöglichkeiten schaffen, ein Herantasten und Ausprobieren ermöglichen und Neugierde fördern. Denn Musik schenkt uns lebenslanges Hören, Überraschen und Entdecken!“, Insa Pijanka, Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie, über die Fusion.

Mai-Konzerte

Auch im Mai wird schon viel geboten, und die SWP hat gleich fünf Produktionen im Programm. Vom 6. bis 8. Mai kommt das Publikum in den Genuss des philharmonischen Konzerts „Tanz auf dem Vulkan“ mit Werken von Ravel, Debussy, Ibert und Strawinsky. Gespielt wird im Konzil Konstanz, im Milchwerk Radolfzell sowie in der Graf-Burchard-Halle in Frickingen. Dirigent ist John Axelrod, und am Saxophon spielt die gebürtige Ukrainerin Asya Fateyeva. Weiter geht es am 13. Mai in der Stadthalle Singen und am 14. Mai im Konstanzer Münster mit dem Konzert „Bruckner V“ und der Symphonie Nr. 5 B-Dur WAB 105 von Anton Bruckner unter Leitung von Gastdirigent Marcus Bosch. Die Kammerkonzerte „Nana de Sevilla“ am 15. Mai im Konstanzer K9 Kulturzentrum mit Werken von García Lorca, Sánchez-Verdú, Angel und Piazolla sowie „Im Sternenlicht“ am 22. Mai im Konstanzer Konzil mit Werken von Beat Furrer, Younghi Pagh-Paan, Terry Riley und György Ligeti stehen auf dem Programm. Das 10. Philharmonische Konzert „Tor in die Zukunft“ findet anschließend ebenfalls im Konzil statt. Unter der Leitung von Dirigent Rasmus Baumann und mit der serbischen Pianistin Anika Vavićam Klavier werden hier am 27. und 29. Mai sowie am 1. Juni Werke von Schumann, Prokofjew und Brahms präsentiert.

Die Musikschule Konstanz präsentiert am 8. Mai in der Konzertmuschel im Konstanzer Stadtgarten unter Leitung von Ralph Brodmann zudem ein Muttertagskonzert des Jugendblasorchesters Konstanz, und am 21. Mai lädt sie beim Tag der offenen Tür zu einem Blick hinter die Kulissen ein.

Daten & Fakten – die SWP in den letzten 10 Jahren

  • 1412 Konzerte
  • 663.586 Konzertbesucher*innen
  • 355 eduART-Veranstaltungen für Kinder
  • 519 Fremdveranstaltungen
  • Mitarbeiter*innen aus 33 verschiedenen Nationen (aktuell aus 21)

Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
Fischmarkt 2
D-78462 Konstanz
www.philharmonie-konstanz.de
www.neunzig-jahre-philharmonie.de

Musikschule Konstanz
Benediktinerplatz 6
D-78467 Konstanz
www.mskn.org

Text: Andrea Mauch

Beitragsbild: Dirigent Marcus Bosch | Copyright: Martin Goffing