In Vorarlberg soll Touristikbranche stufenweise wieder hochfahren

Sebastian Kurz zeigt sich optimistisch und glaubt, dass Reisen zwischen Österreich und Deutschland bald wieder möglich sein werden, weil beide Länder mit Blick auf die Eindämmung des Virus auf einem guten Weg seien. Zuletzt äußerte er sich in der Sendung „Maischberger“ am 22. April, dass dies eine gute Voraussetzung für ein Wiederaufleben des Tourismus sei und es natürlich Ziel ist, die Grenzen wieder runterzufahren. Der genaue Zeitpunkt einer möglichen Grenzöffnung wurde noch nicht thematisiert.

Die österreichische Regierung plante nach Ankündigung ihres Rückkehr-Plans für die Geschäfte – auch die in Vorarlberg – schnell einen Schritt weiter (akzent berichtete im Beitrag Kurz und gut). Ab Mitte Mai wird die Wiedereröffnung von Gastronomie-, Hotel- und Freizeitbetrieben konkret ins Auge gefasst.

Dazu bedarf es aber einer Bewertung der Entwicklung der Corona-Krankheitszahlen mit Stand Ende April, so kündigte Österreichs Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger am 08.04. an. Klarheit über das konkrete Vorgehen solle dann bis Ende April herrschen: „Wir sind dabei, das auszuarbeiten, das betrifft vor allem Gastronomie und Restaurants – bis hin zu großen Ferien-Betrieben. Es wird aber neue Verhaltensregeln in sich bergen müssen, bis wir einen Impfstoff zur Verfügung haben, mit dem wir das Virus bekämpfen können.“ Auch Bäder sollten im Sommer wieder öffnen dürfen.

Köstinger ruft – wie übrigens auch die deutsche Kanzlerin Merkel – dazu auf, dieses Jahr Urlaub im eigenen Land zu verbringen. Die Region Bodensee dürfte damit insgesamt zum begehrten Reiseziel werden. Denn es ist unklar, wann existierende Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden – und damit die vielen Reisenden aus anderen Ländern kommen können bzw. wir selbst wieder in andere Länder reisen dürfen. In Österreich hängen 75 Prozent der Übernachtungen vom Auslandstourismus ab, der für rund 16 Prozent des heimischen Bruttoinlandsproduktes sorgt. Die Branche ist vom Corona-Stillstand besonders hart betroffen. Köstinger verweist auf die vielen Hilfen, die bisher von Bund und Ländern aufgelegt wurden, ähnlich wie in Deutschland und der Schweiz.

Für die Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft ist die Krise eine „noch nie da gewesene Ausnahmesituation“. Nun ist zwar geplant, die Branche ab Mitte Mai wieder „vorsichtig und schrittweise“ hochzufahren. Wie das für die für Österreich so wichtigen Branche konkret ausschauen wird, ist derzeit in Ausarbeitung: „Wir beraten gemeinsam mit der Branche immer unter Bedachtnahme von gesundheitlichen Notwendigkeiten“, erläuterte Köstinger das Vorgehen für die nächsten Wochen.

Sie betonte in diesem Zusammenhang, dass sich Österreich, Europa und die Welt auf „massive Einschränkungen der Reisefreiheit einstellen“ werden müssen.

Für die Urlauber, Restaurant- und Gasthausbesucher sowie Nutzer von Freizeitangeboten in Vorarlberg wird es damit bestimmte Verhaltensregeln geben. Das sei für Österreich notwendig, „bis wir einen Impfstoff zur Verfügung haben, mit dem wir das Virus bekämpfen können“. Die Gesundheit der Menschen gehe bei allen Entscheidungen vor. Dabei geht es etwa um das Einhalten von Sitzabständen, Maskenpflicht auch in Innenräumen oder das Zurverfügungstellen von Desinfektionsmitteln an Ein- und Ausgängen – eben der konsequenten Einhaltung bereits bekannter Regeln.

Ein touristischer Hotspot Österreichs ist seit dem 23. April mit Ischgl übrigens wieder zugängig. Der österreichische Skiort gilt als mögliche Keimzelle der Verbreitung des Coronavirus in Europa und stand seit Mitte März unter Quarantäne. Der Schnee ist fast weg, das Virus hoffentlich eingedämmt. 

Text: Markus Hotz