A – Vorarlberg/Wien | In der Herbstausgabe des Modensees 2018  hatte akzent einen Blick ins „textile Silicon Valley“, nach Vorarlberg, geworfen. Doch der südöstlichste Zipfel unserer Modensee-Region kann nicht nur in Sachen Textiltechnik und -industrie vorne mithalten, auch bei den Kreativen haben manche aus dem „Ländle“ die Nase vorn. Eine davon ist Maiken Kloser, deren Kreationen nicht nur auf Laufstegen begeistern.

„Es kommt gerade alles zusammen“, lacht die geborene Harderin, als wir sie nach ihren nächsten Projekten fragen. Seit 2014 bringt die Designerin unter ihrem eigenen Label „Maiken K.“ ihre Kollektionen auf den Markt. Momentan steckt sie schon in den Vorbereitungen für die Vienna Fashion Week im September, wo bereits die Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2020 präsentiert werden. Auch bei der London Fashion Week und Paris Fashion Week war Maiken schon erfolgreich mit ihren eigenen Entwürfen dabei. Ihre Stücke gelten als elegant und unverwechsel-, aber dennoch tragbar. Sie entwirft aber nicht nur, sondern sitzt auch an den Nähmaschinen und fertigt viele Stücke selbst. „Neben den Fotostrecken und Vorbereitungen für die Fashion Week ergeben sich dauernd irgendwelche Sachen, manchmal sehr spontan. Irgendwo schnell ein Theaterkostüm machen oder für Filme oder Fotoshootings etwas bereitstellen“, gibt Maiken gut gelaunt einen kleinen Einblick in ihren trubeligen Alltag. Doch das ist für sie noch lange kein Grund, nervös zu werden. „Ich brauche oft einfach den Termindruck, mache alles auf den letzten Drücker, aber irgendwie geht es immer.“

Vielfältiges Handwerk

Das Schneiderhandwerk dafür hat sie an der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Dornbirn (HTL) gelernt. Wohlwissend, dass sie in der Heimat eine große Auswahl an Wäsche- und Textilkonzernen und einen Job quasi sicher hätte, zog es sie dennoch weiter. Und zwar nach Wien. Die Vorstellung, in einer großen Firma nur Teil des Ganzen und daher eher wenig kreativ zu sein, widerspreche ihrem Naturell. Bereits als Kind spielte sie gerne mit Stoffen und Spitzen und lernte früh das Nähen von ihrer Mutter. Daher war für sie schon immer klar, dass sie später mal etwas „mit Stoffen und Kleidung“ machen würde. In Wien fand sie dann schließlich die kreativen Möglichkeiten, die sie gesucht hatte. Sie absolvierte dort erfolgreich eine Meisterklasse für Bühnenkostüme und nutzte die Heimatbesuche in den Ferien, um sich in der Kostümabteilung der Bregenzer Festspiele zu probieren. Das Theater hat es ihr bis heute angetan, sodass sie neben ihrer Maiken K.-Kollektion noch immer Theaterkostüme und auch Entwürfe für Filmproduktionen fertigt.

Doch mit der Meisterklasse war es noch nicht genug. Sie setzte ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien obendrauf. Dies sollte für sie letztlich gar zum Glücksbringer werden. Mit ihren Mitstudierenden hatte sie bereits während des Studiums Modeschauen für Freunde und Bekannte auf die Beine gestellt. Es spricht sich rum, die Runde wächst. 2014, zwei Jahre bevor sie die Akademie erfolgreich abschließt, bewirbt sie sich um den Wiener „Ringstraßen Galerien Designer Award“. Eigentlich „nur so“. Und gewinnt. Quasi von einem Tag auf den anderen brechen Nachrichten, Anrufe und Anfragen über die damals 24-Jährige herein. Für Maiken K. avanciert der Preis zum Türöffner: „Ein Preis ist die beste und ehrlichste Werbung, die man haben kann.“ Im selben Jahr gründete sie denn auch ihr Label.

Beliebt bei Prominenten

Von Anfang an ist ihr klar, dass sie jederzeit die Kontrolle haben möchte. Sie möchte wissen, wo die Stoffe herkommen und wo was wie produziert wird. Klar, dass das am besten funktioniert, wenn man selbst Hand anlegt. Ebenso klar ist, dass ihre Entwürfe tragbar sein sollen, ohne jedoch langweilig oder beliebig zu sein. Ein Konzept, das offensichtlich aufgeht. Denn nicht nur die Juroren beim Ringstraßen Galerien Designer Award konnte sie überzeugen, sondern mittlerweile auch viele Prominente. Unter anderem kleidet sie regelmäßig verschiedene Politikerinnen ein. Namen darf sie allerdings keine nennen. Stichwort Stillschweigeerklärung. Ein Blick auf Maikens Website zeigt das ein oder andere prominente Gesicht in ihren Entwürfen. Topmodell Barbara Meier etwa, die auch gerne mal abseits des Laufstegs in Maiken K. auftritt.

Die große Leidenschaft

Film, Theater, eigene Kollektionen – und seit einigen Monaten stolze Mama, als ob das nicht genug wäre. Maiken hat noch tausend andere Ideen im Kopf. Vor allem geht es dabei um ihre Leidenschaft, der Mode nach Maß. Im Laufe der Jahre hat sich dabei ein Schwerpunkt in Sachen Brautmode gebildet. Sie entwirft dabei aber nicht nur das Outfit für die Braut, sondern stattet auch die Brautjungfern und Gäste aus. Alles handgefertigt in ihrem Atelier in Wien. Dort war sie nämlich auch nach dem Studium hängen geblieben, auch wenn ein Teil ihres Herzens noch immer an Vorarlberg und vor allem dem Bodensee hängt. In Wien kann ihr Atelier nach Absprache auch besucht werden. „Ich bin zudem immer dran, meine Kollektionen in Pop-up-Stores anzubieten. Vorarlberg würde ich gerne mal wieder machen.“ Es wäre eine Hommage an die Heimat.

Atelier Maiken Domenica Kloser | +43 (0)650 41 42 333 | Infos zu den Pop-up-Stores auf www.maiken-k.at