D – Konstanz | Ein frischer nordischer Wind weht durch die neue Spielzeit der Südwestdeutschen Philharmonie und bringt viele Neuerungen mit sich. Besucher dürfen sich deshalb in dieser Saison auf Werke freuen, die in unseren Breitengraden noch nicht so bekannt sind.

Der Blick nach Norden wurde vor allem von dem finnischen Chefdirigent Ari Rasilainen initiiert. Er ist in der neuen Spielzeit sehr präsent und beginnt gleich beim ersten Konzert am 27. Septmeber mit einem seiner Lieblingswerke, der Kalevala Suite von Uuno Klami. Weitere nordische Einflüsse finden sich im Violinkonzert d-Moll von Jean Sibelius am 6. Juni 2018, das von Gastdirigent Marcus Bosch geleitet wird, sowie im letzten Konzert der Saison. Dann werden am 15. Juni 2018 Auszüge aus Peer Gynt in den Fassungen von Edvard Grieg und Harald Sӕverud gespielt. Letzterer nimmt in seiner Version des Werkes Bezüge auf Grieg und Ibsen. Die Geschichte dient dabei als verbindendes Element, während bei der musikalischen Umsetzung verschiedene Stile zum Tragen kommen.

Ari Rasilainen (Foto: Patrick Pfeiffer)

Daneben sind aber auch klassische Komponisten wie Brahms, Beethoven und Mozart im Programm vertreten. Das barocke Repertoire verleiht die nötige Abwechslung. Zentral sind dabei auch neue Blicke auf bekannte Komponisten und ihre Musik, wie zum Beispiel in Brahms Klavierquartett in g-Moll, das im Oktober von Arnold Schönberg instrumentiert wird. Auch ungewohnte Klänge halten Einzug in das Programm. Im März 2018 überrascht der Dudelsack in Peter Maxwell Davies „An Orkney Wedding, with Sunrise“. Im April begeistert der Solist Urban Frey mit Panflötenklängen bei einer Uraufführung. Der Schweizer Fabian Müller hatte schon lange den Wunsch das „Konzert für Panflöte und Orchester“ zu schreiben und hat sich diesen Wunsch nun endlich erfüllt.

Marcus Bosch (Foto: Ulf Krenz)

Neben neuen Klängen gibt es mit der Sonderreihe „Unlimited I-III“ von Dezember 2017 bis Mai 2018 auch ein neues Format, in dem die Grenzen zwischen verschiedenen Stilrichtungen überschritten werden. So verbinden sich hier Hip Hop und Klassik, acapella und Orchester, sowie Tange aus Südamerika und Finnland. Schwellen werden auch in der Reihe „Genial! I-IV“, die ebenfalls ab Dezmebr bis Juni aufgeführt wird, überbrückt. In vier Konzerten wird die Hemmschwelle für Klassik-Neulinge gesenkt, indem ein 50-minütiger Einstieg in die Musikrichtung ermöglicht wird. Die Familienkonzertreihe eduArt zieht sich durch die gesamte Spielzeit und bietet auch für die kleinsten Zuschauer eine Möglichkeit, die klassische Musik kinderleicht kennenzulernen.

Verschiedene Sonder-, Gast- und Kammerkonzerte bieten in dieser Spielzeit einen abwechslungsreichen Zusatz zum Programm. Ein ganz besonderes Highlight ist das Summerspecial „Hoch hinaus“. Das Kammerkonzert am 1. Juli können Zuhörer bei einem Zeppelinflug erleben und so den „Luftraum spielend erobern“, wie Intendant Beat Fehlmann sagte.

Foto: Patrick Pfeiffer

Neue Orte erschließt die Südwestdeutsche Philharmonie auch mit der Schänzlehalle, die nun Veranstaltungsort einiger Konzerte sein wird. Die Akustik funktioniert dort sowohl verstärkt, als auch ohne Verstärkung. Zudem finden die Einführungsvorträge vor den Konzerten jetzt im Probenraum am Fischmarkt statt und ermöglichen es dort, Passagen zum Beispiel auf dem Flügel anzuspielen.

Viele Neuerungen kommen also mit dem nordischen Wind auf die Südwestdeutsche Philharmonie und ihre Zuhörer und Zuschauer zu. Warum also nicht auch den Beginn der Konzerte ändern? Neue Uhrzeiten sind jetzt 19.30 Uhr und sonntags 18 Uhr. Also nicht verpassen!

Südwestdeutsche Philharmonie, Fischmarkt 2, D-78462 Konstanz | +49 (0) 7531 900 810 | www.philharmonie-konstanz.de