Wird die geschichtsträchtige „Landshut“ nun von Friedrichshafen nach Berlin gebracht? Oder landet sie am Ende doch wieder in München, wo sie vor 50 Jahren getauft wurde? Die 1977 von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine sollte eigentlich im Dornier Museum Friedrichshafen ausgestellt werden. Deshalb wurde sie 2017 von Brasilien nach Deutschland gebracht.

Für den Transport in einem Frachtflugzeug musste die „Landshut“ damals komplett zerlegt werden. Als Ausstellungsort erhielt das Dornier Museum den Zuschlag, überzeugte durch sein Ausstellungskonzept. Tatsächlich zu sehen war die „Landshut“ dort aber nie, noch steht sie in einer Halle am Flughafen in Friedrichshafen. Hans-Peter Rienvor, der neue Direktor des Dornier Museums hat inzwischen geäußert, das Kapitel „Landshut“ sei für Friedrichshafen beendet. Grund, der Bund und die Dornier Stiftung konnten sich nicht darüber einigen, wer die Kosten für die begleitende Ausstellung zur Geschichte der Maschine tragen soll. Jetzt wurde bekannt, dass das Militärhistorische Museum in Berlin-Gatow als neuer Standort für eine Ausstellung geprüft wird. Außerdem ist aus Bayern zu hören, dass die CSU im Münchner Stadtrat beantragt hat, zu prüfen, ob der alte Flughafen Riem als Ausstellungsort in Frage kommt.

Bewegtes Leben

Im August 1970 wurde die „Landshut“ am Münchner Flughafen Riem getauft. Wenige Jahre später bestimmten Bilder von ihrer Entführung tagelang weltweit die Fernsehnachrichten und Schlagzeilen. Denn im Oktober 1977 wurde die Maschine auf ihrem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt von palästinensischen Terroristen entführt und nach tagelanger Odyssee durch das Spezialkommando GSG 9 auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu befreit. Danach flog die „Landshut“ noch bis 1985 unter gleichem Namen für die Lufthansa, wechselte schließlich mehrfach ihren Besitzer und gehörte bis zu ihrer Flugunfähigkeit einer brasilianischen Airline. Egal ob München oder Berlin, wenn sich die Pläne für einen neuen Ausstellungsort festigen, müsste die Maschine erneut auf Reisen gehen. Wer hier am See lebt und sie sehen will, dann leider auch. (sg)

Foto: Landshut in Friedrichshafen, Felix-Kästle/ dpa