D – Konstanz | Ein digitales Steuererstattungssystem für Kunden aus der Schweiz? Das dauert laut Bundesfinanzministerium noch bis 2020. Die jährlich rund 17 Millionen Ausfuhrscheine, die an der Schweizer Grenze anfallen, müssen bis dahin noch herkömmlich bearbeitet werden.

Man sei mit Hochdruck an der Entwicklung des Systems, das auch für Flug- und Seehäfen geeignet sein müsse. Ende dieses, spätestens Anfang des kommenden Jahres soll in einem Container auf dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bodenseeforum in Konstanz eine zusätzliche Abfertigungsstelle für die Abstemplung der Ausfuhrscheine eingerichtet werden. Eine Bagatellgrenze für die Mehrwertsteuer-Rückerstattung bleibt umstritten. Bertram Paganini von der Industrie- und Handelskammer bezieht sich auf die seit 1976 bestehende österreichische Bagatellgrenze: „Unter diesen Umständen hätte sich bei uns nie der heutige Stand des Einzelhandels entwickelt.“ Konkret heißt das: 1,7 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche; 500 000 bis 700 000 davon seien durch Schweizer Kunden beeinflusst; 1,7 Milliarden Euro flössen aus der Schweiz in die Landkreise Konstanz, Waldshut und Lörrach. Während eine Umfrage des Handelsverbands einen Rückgang des Umsatzes der Schweizer Kunden dokumentiert, ist Konsumforscher Tomas Rudolph von einem unveränderten Kaufverhalten der Schweizer Kunden überzeugt. Für die Stadt Konstanz sieht er keine Veränderung: Die Kombination aus Preis, Sortiment und Freizeitwert ist den Schweizern eine Strecke von durchschnittlich 50 Kilometern pro Weg wert.