Am 22. Mai ist der Tag des Schwimmmeisters, an dem nicht nur die Bedeutung des Schwimmens, sondern auch der Menschen, die am Beckenrand arbeiten, im Mittelpunkt stehen. Den nationalen Aktionstag nutzen sie, um auf ihren Beruf aufmerksam zu machen, denn die Gewinnung von Nachwuchskräften wird für die Bäder rund um den See immer schwieriger.

Derzeit müssen wir leidvoll erfahren, dass viele Bäder wegen Corona bis auf Weiteres geschlossen sind. Während Freizeitsportarten draußen – abgesehen von Mannschaftssport – wieder erlaubt sind, bleiben die Bäder noch geschlossen. Das Badeverbot gilt eigentlich überall, auch außerhalb der Bäder weisen am See entsprechende Schilder an vielen Badeplätzen darauf hin, werden aber offensichtlich nicht wahrgenommen. Schwimmen zu gehen, ist für See-Anwohner eine Selbstverständlichkeit. Das ist auch den Behörden klar und so sind Sanktionen nach Verstößen eher unwahrscheinlich. Bei so viel See wäre es ein aussichtsloses Unterfangen, alle Badenden zu kontrollieren. Im Gegenzug besteht aber weiter die Notwendigkeit, das die Menschen sich auf den Liegewiesen und den frei zugänglichen Strandbädern an die Abstandsregeln halten.

Unter Aufsicht schwimmen in den Schwimm- und Strandbädern ist aber tatsächlich aktuell nicht möglich. Die Schwimmmeister sind noch nicht im Einsatz. Einige starten nach dem 31. Mai, wenn Freizeitbäder zunächst lediglich für Schwimmkurse öffnen dürfen. „Gerade jetzt merken wir, wie sehr die Bäder den Menschen in Konstanz abgehen, wir bekommen viele wehmütige Rückmeldungen von unseren Gästen. Das unterstreicht die Bedeutung des Schwimmens in unserer Stadt“, so Susann Schmidt, die bei der Bädergesellschaft Konstanz (BGK) als Schwimmmeisterin arbeitet.

Geschlossene Bäder: eine Situation, die sich auch ohne Virus zukünftig wiederholen könnte, dann nämlich, wenn nicht ausreichend Schwimmmeister zur Verfügung stehen. Leider gilt die einfache Formel: Schwimmbad ohne Schwimmmeister = geschlossen.

Klischee „Bademeister“

Die Vorstellungen vom Berufsbild gehen oft stark ins klischeehafte. Aber Schwimmmeister sind nicht nur für Aufsicht und Sicherheit der Badegäste zuständig, sie benötigen auch viel chemisches und mechanisches Wissen, denn sie müssen die Technik bedienen, die hinter einem Bad steht und die Wasserqualität sicherstellen. Besonders wichtig ist auch ein gesellschaftlicher Aspekt, den Schwimmmeister mit ihrer Arbeit erfüllen: sie bringen Kindern das Schwimmen bei. Das ist essentiell, denn so gewährleisten sie die Sicherheit der kleinsten und zukünftigen Badegäste. Zudem geben sie Sportkurse für Erwachsene,wie Aqua-Jogging oder Wassergymnastik.

Fundierte Ausbildung

Insgesamt arbeiten bei der BGK zweiundzwanzig Fachangestellte und Meister für Bäderbetriebe, wie die offiziellen Bezeichnungen dieses Berufsbildes lauten. Sie kümmern sich darum, dass insgesamt fünf Strandbäder, ein Hallenbad und die Bodensee-Therme Konstanz sowie künftig das Schwaketenbad am Laufen bleiben. Dazu ist eine fundierte Ausbildung notwendig: „Wir haben tolle Nachwuchskräfte, mit denen wir intensiv in den verschiedensten Bereichen arbeiten, so dass sie ein umfassendes Wissen aufbauen können. In den drei Jahren der Ausbildung lernt man sehr unterschiedliche Tätigkeiten, die Bestandteil des Berufs sind. Ein Schwerpunkt ist dabei das körperliche Training, das für uns selbstverständlich essentiell ist. Aber auch Verwaltungsaufgaben gehören zum Alltag dazu“, berichtet Susann Schmidt. Bewerbungen seien immer willkommen, und natürlich sei es auch immer möglich, in Form eines Praktikums in diesen Beruf reinzuschnuppern.

Stefan Widua

Jemand, der seine Ausbildung bei den Konstanzer Bädern absolviert hat und nun kurz vor dem Sprung zum Titel des Schwimmmeisters steht, ist Stefan Widua. Er arbeitet in der Bodensee-Therme Konstanz und hätte eigentlich schon längst seinen Meisterbrief in den Händen. Aber dann kam das Coronavirus, weshalb alle Prüfungen verschoben wurden. Für ihn ist sein Beruf ein besonderer: „Ich wollte immer so arbeiten, dass ich nicht den ganzen Tag im Büro bin und meinen Job idealerweise mit Sport verbinden. Deshalb habe ich die Ausbildung bei der Bädergesellschaft begonnen. Und ich bin froh darüber – denn ich habe jeden Tag Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen und verschiedenste Aufgaben. Es ist genau diese Abwechslung, die Spaß macht. Kein Tag ist wie der andere. Und wenn man morgens als einer der ersten in der Therme ist und den Sonnenaufgang beobachtet, dann ist das einzigartig“, erklärt Stefan Widua.

Information: Ausbildung bei den Konstanzer Bädern

Die Ausbildung zum/-r Fachangestellten für Bäderbetriebe dauert drei Jahre. Voraussetzungen sind ein Qualifizierter Hauptschulabschluss, Mittlere Reife oder Abitur sowie Verantwortungsbewusstsein und körperliche Fitness. Wer sich für eine Ausbildung bei den Konstanzer Bädern interessiert, kann sich jederzeit gerne an Katharina Stolz wenden unter Telefon: +49 7531 942399-0 oder per Mail an k.stolz@konstanzer-baeder.de.

Fotos: Bädergesellschaft Konstanz