D – Überlingen | Forscher haben im Bodensee eine neue Speichermöglichkeit für Strom getestet. Dazu lag von November bis März eine Betonkugel als Unterwasser-Pumpspeicher auf dem Seegrund vor Überlingen.

Wie kann man den Strom aus Offshore-Windkraftanlagen bereits vor Ort zwischenspeichern? Bisher gab es auf diese Frage keine Antwort. Eine neue Idee hat das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in einem vierwöchigen Modellversuch im Bodensee getestet. Dazu wurde eine 20 Tonnen schwere Betonkugel in 100 Meter Tiefe versenkt. Sie funktioniert wie ein Pumpspeicherkraftwerk: Wenn Wasser in die leere Kugel strömt und eine Turbine antreibt, wird über einen Generator Strom erzeugt. Um Energie zu speichern, wird Wasser mit einer Elektropumpe aus der Kugel herausgepumpt – und zwar gegen den über der Kugel vorhandenen Wasserdruck. Eine leere Kugel entspricht also einer vollen Batterie. Und je tiefer die Kugel auf dem Meeresboden liegt, desto größer ist ihr Speichervermögen. Derzeit werden die Daten des Bodensee-Versuchs ausgewertet. Später wollen die Forscher eine größere Kugel über einen längeren Zeitraum hinweg im Meer testen.

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