D – Ravensburg ǀ 25.05. | 1894 erwarb Max Leibinger, der Urgroßvater des heutigen Brauereichefs Michael Leibinger, die damalige Benediktiner-Brauerei auf dem Bierbuckel. Eine großartige Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang. Bis heute ist die Brauerei zu hundert Prozent in Familienbesitz. Das Jubiläum wird gebührend gefeiert.

Wenn Michael Leibinger (53) von seinem Vater Max erzählt, klingt Bewunderung, Liebe, Dankbarkeit und Respekt mit. In jedem Satz. Von Kindesbeinen an war er im Brauereihof mit seinem Spielzeug unterwegs. Spazierte an der Hand des Vaters durch die Brauerei. „Gehen wir mal 50 Jahre zurück“, sagt er, „da gab es noch einen alten Gär- und Lagerkeller, ein Kühlschiff, eine Dampfmaschine, die damals die Kompressoren bewegt hat. Mein Vater hat Schritt für Schritt die technologische Erneuerung der Brauerei vorangetrieben und auf den Stand der Zeit gebracht. Wie die beiden Generationen vor ihm, die unternehmerischen Mut in wechselvollen Zeiten bewiesen haben.“

Max Leibinger hatte eine Leidenschaft für Architektur und großes technisches Verständnis. „Am Wochenende hat mein Vater im Wohnzimmer Pläne gezeichnet, um die Brauerei effektiv zu erneuern. Es war schön zu sehen, wie wir uns Jahr für Jahr zu der modernen Brauerei entwickelt haben, die wir heute sind. Was mein Vater begonnen hat, war elementar. Wir sind dadurch auch in Zukunft wettbewerbsfähig.“

Längst agiert die Brauerei Leibinger in einer smarten digitalen Welt. Wenn der Bierbrauer von zu Hause aus über das Tablet die Filtration starten möchte, so ist das möglich.

Leibinger ist eine Heimatmarke

Die Kundenbindung funktioniert allerdings analog. Direkt. Und zum Glück widmet sich der Verbraucher im Verdrängungswettbewerb großer Konzerne wieder mehr dem regionalen Bier. Weil es glaubhafter, authentischer und ehrlicher ist. Mit der Marke „Heimatbrauerei Leibinger“ soll unterstrichen werden, wie wichtig dem Hause Leibinger die Heimat ist. „Die Geschichte von Land und Leuten ist auch unsere Geschichte. Deshalb wollen wir unserer Heimatregion auch etwas zurückgeben“, erklärt Michael Leibinger. Was unter anderem mit Sponsoring im sportlichen und kulturellen Bereich geschehe.

Regionalität wird beim Thema „Rohstoffe“ besonders deutlich. Die Gerste stammt von hiesigen Landwirten. Der Aromahopfen natürlich aus Tettnang. Das Brauwasser fließt aus eigener Quelle. Die Brauhefe ist eine Eigenzüchtung. „Im Leibinger Bier ist 100 Prozent Heimat drin. Und Vertrauen. Wir wissen, wer unsere Rohstoffe produziert und unsere Kunden wissen, wer ihr Bier braut“, sagt der Brauereichef.

Fairness als Unternehmensphilosophie

Michael Leibinger hätte sich auch vorstellen können, Pilot zu werden. Sein kluger, diplomatischer Vater reagierte auf den Wunsch seines Sohnes sehr geschickt. Er sagte: „Mach du die Brauerei gut und vernünftig, dann kannst du nebenbei Pilot werden.“ Mehr als zehn Jahre lang haben Max und Michael Leibinger Seite an Seite gearbeitet. „Das war eine durchweg positive und prägende Zeit. Wir konnten uns über alle Belange freundschaftlich austauschen.“ Von ihm habe er viel gelernt. Nicht nur zum Thema Energieeffizienz und Umweltschutz. „Sei geduldig. Höre zu. Das ist in unserer Branche extrem wichtig. Sei stets fair zu deinen Mitarbeitern, deinen Kunden, deinen Partnern“, habe er zu ihm gesagt. „Mein Vater war sehr ehrlich, und ich habe gesehen, dass er damit sein Leben lang gut gefahren ist.“ Die Werte, die sein Vater ihm seit frühester Kindheit vermittelt habe, bestimmen das Leben von Michael Leibinger und seine Unternehmensphilosophie.

Die fünfte Generation ist am Start

Was würde sein Sohn Luca, der die fünfte Generation der Brauerei Leibinger sein wird, an dieser Stelle über ihn sagen? „Mein Sohn ist sehr aufgeschlossen, nahbar und aufrichtig. Ich glaube, dass er möglicherweise sagen würde: ‚So wie der Papa sich verhält, wie er agiert und mit Menschen umgeht, ist er mir ein Vorbild‘. Luca zeigt deutlich Interesse daran, unser Familienunternehmen zu übernehmen. Und ich traue ihm das durchaus zu“, sagt Michael Leibinger. Er wünsche sich einen sanften Übergang, so wie einst zwischen seinem Vater Max und ihm.

Jetzt wird gefeiert

Luca, der gerade sein Abitur macht, sammelt bereits Erfahrungen in der Brauerei. Er hat beispielsweise in der Produktion mitgearbeitet und ist mit den Bierfahrern mitgefahren. „Dabei erhält er direkte Rückmeldung von den Kunden, spürt, dass unser Bier Kultcharakter hat. Es gibt Leute, die nehmen Seeradler mit auf Weltreise“, erzählt Michael Leibinger fröhlich.

Neben der Familie sind es treue Mitarbeiter, die die Entwicklung der Brauerei begleitet haben. Betriebszugehörigkeit bis zu 50 Jahre sind bei Leibinger keine Seltenheit.

Am 25. Mai lässt das traditionelle Brauereifest den Bierbuckel zum Jubiläum erbeben. Es soll ein besonderes Fest werden, für Biergenießerinnen und Biergenießer, mit geselliger Bierkultur, Brauereibesichtigungen und fetziger Musik.

25.05. ǀ Brauerei Max Leibinger, Friedhofstraße 20-36, D-88212 Ravensburg ǀ +49 (0)751 36 990 | alle Infos rund ums Jubiläum: www.leibinger.de, Facebook und Instagram