(Halbes) Aufatmen in der Gastronomie

Da ist sie endlich, die Perspektive für die Gastronomen auch auf der deutschen Seeseite: Bund und Länder haben sich auf eine „schrittweise Öffnung“ geeinigt. Für Baden-Württemberg heißt das: Ab dem 18. Mai sollen zunächst Außen- und Innenbereiche von Gaststätten sowie Ferienwohnungen, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze für Dauercamper wieder öffnen dürfen. Zum Pfingstwochenende am 29. Mai ist dann die Öffnung von Hotels angedacht. In Bayern soll ab dem 18. Mai die Außengastronomie wieder möglich sein – bis 20 Uhr. Ab dem 25. Mai können hier Speiserestaurants bis 22 Uhr öffnen und ab 30. Mai auch Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze.

Die Öffnung der Gastronomie erfolgt – wie in Österreich und der Schweiz – unter  strengen Auflagen. Gefordert ist die Ausarbeitung von Hygienekonzepten durch  die Betriebe, die Begrenzung von Gästezahlen und die Sicherstellung von Abstandregeln (zwei Meter zwischen den Tischen). Ein- und Ausgang müssen separat sein. Besteck und Gläser müssen besonders desinfiziert werden. Darüber hinaus gilt für Küche und Service eine Maskenpflicht, Gäste müssen bis zur Platzeinnahme und beim Gang zur Toilette Masken tragen. Und Reservierung ist Pflicht. Familien – auch größere – dürfen immerhin zusammen sitzen.

Es gibt noch weitere Überlegungen zu Maßnahmen, die in die Hygienekonzepte einfließen könnten. Dazu gehören: kein Anbieten von Buffets; Salz- und Pfefferstreuer, Essig und Öl stehen nicht mehr auf den Tischen, sondern werden nur auf Wunsch gereicht; Wein wird nicht vom Kellner nachgeschenkt, sondern der Weinkühler direkt auf den Tisch gestellt; Benutzung von Einmal- statt Stoffservietten; Auslegung von Einmal-Tischsets aus Papier an jedem Platz; Nutzung von Einmal-Speisekarten, eingeschweißten Speisekarten, die nach jeder Benutzung desinfiziert werden, oder digitalen Speisekarten; Gläser in der Spülmaschine statt im Handwaschbecken reinigen; Personenbeschränkungen in den Toilettenräumen; Markierungen auf dem Boden, um Mindestabstände beim Gang durchs Lokal einzuhalten. Es gibt sogar Überlegungen, Plexiglas-Trennscheiben auf den Tischen zu montieren, um vor dem Gegenüber geschützt zu sein. Andere denken an, Kontaktlisten der Gäste zu führen, damit einen Monat lang mögliche Infektionsketten nachvollzogen werden könnten.

Spaß beim Essen geht irgendwie anders. Aber vermutlich wird man (muss) sich auch daran gewöhnen. Warum nicht gleich komplett verglast, wie unser Beitragsbild aus den Niederlanden zeigt? Das zeigt zumindest, dass Distanz und romantische Zweisamkeit verbunden werden können. (cab)

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