Mit Öffnung der Bäder rund um den See sind zwar die Badeverbote vom Tisch, denn nun darf wieder unter Aufsicht der Wachdienste gebadet werden. Ein regulärer Badebetrieb, wie wir ihn kennen, wird in diesem Sommer trotzdem nicht möglich sein. Obgleich Schwimmen eigentlich ein Vergnügen ohne Infektionsrisiko sein soll, macht uns Corona einen Strich durch die Rechnung. Denn auch in den Strandbädern gelten strenge Hygienevorgaben, Abstandsregeln und Leitsysteme für Besucherströme. So muss die maximale Anzahl der Badegäste im gesamten Bad sowie in einzelnen Becken geregelt sein. In einigen Bädern ist der Zutritt nur mit vorab gebuchten Onlinetickets möglich, um zu vermeiden. dass sich Schlangen an den Kassen bilden.

Am deutschen Bodenseeufer

Erste Bäder dürfen in Baden-Württemberg seit dem 6. Juni wieder öffnen. In Bayern seit dem 8. Juni – allerdings sind hier vorerst nur Badeanstalten im Freien betroffen. Schon am Eingang wird klar: alles ist anders. Ansammlungen im Eingangsbereich sind untersagt, der Zutritt zu den Bädern wird gesteuert, um Warteschlangen zu vermeiden. Oft gibt es nur noch Onlinetickets. Wer sich so sein Ticket schon Tage im Voraus reserviert, sollte deshalb die Wettervorhersage im Auge behalten. Um Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen die Gäste Ihre Kontaktdaten angeben. In Bayern dürfen Kindern unter 14 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Freibad. Einige Schwimmbäder planen sogar einen Schichtbetrieb, um mehr Badegästen den Zutritt zu ermöglichen . Zwischendurch wird das Bad gründlich desinfiziert.

Baden nach Zahlen

In Baden-Württemberg darf pro zehn Quadratmeter Wasserfläche eine Person ins Schwimmerbecken. Im Nichtschwimmerbecken gelten vier Quadratmeter pro Person. Abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen unterteilt werden, mit Einbahnsystem. Dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Auch in Bayern gibt es für die Becken Zugangsbeschränkungen. Hier gelten – wenn vor Ort nicht anders festgelegt – die bekannten eineinhalb Meter Abstand zueinander auch im Wasser. Zu- und Ausstiege aus den Becken sind räumlich voneinander zu trennen. Zutritte zu Sprungtürmen, Wasserrutschen und ähnlichen Attraktionen müssen gesteuert werden, um Warteschlangen zu vermeiden.

Die maximale Anzahl der zugelassenen Personen auf den Liegewiesen errechnet sich aus der Gesamtfläche einer Liegefläche. In Baden-Württemberg sind es zehn Quadratmetern pro Person, in Bayern sogar zwanzig Quadratmeter. Während des gesamten Badebetriebs muss ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen eingehalten werden. Ausgenommen von der Abstandsregelung sind beispielsweise Eltern und ihre Kinder. Der Zugang zu den Umkleiden, den Spinden, zu Duschen und Toiletten ist beschränkt. In Bayern gilt in den Innenräumen Maskenpflicht.

An Vorarlberger Gestaden

In Österreich dürfen die Freibäder seit dem 29. Mai schrittweise wieder öffnen. Hier sind die Badeseen erste Anlaufstellen für Badespaß und Schwimmvergnügen. Ein Abstand von drei bis vier Metern zu anderen Badegästen im See ist vorgeschrieben. In den Bädern sind weniger Besucher erlaubt. Es gilt die Vorgabe von zehn Quadratmetern pro Badegast. Damit ist die Vollauslastung von vielen Bädern bei gutem Badewetter auch hier schneller erreicht. Um freie Plätze anzuzeigen, überlegen einige Bäder Ampeln zu installieren. Auch hier müssen Tickets vielfach im Voraus gekauft werden. Um andernorts einen zügigen Eintritt zu ermöglichen, werden runde Eintrittsbeträge verlangt und die Abstandsregeln vor den Kassen genau kontrolliert. Die gute Nachricht ist, die Eintrittskarten werden in Österreich in der Corona-Badesaison günstiger sein, weil der Betrieb nur eingeschränkt möglich ist. Saisonkarten hingegen gibt es keine.

Die Hallenbäder in Österreich öffnen erst nach und nach. Hier gelten verschärfte Regeln mit Leitsystemen, Bodenmarkierungen und Anordnungen des Personals. In Innenräumen besteht Maskenpflicht. Der Mindestabstand von einem Meter zu anderen Badegästen muss überall im Bad eingehalten werden. In den Becken sollen es ein bis zwei Meter Abstand zum nächsten Schwimmer sein. Die Personenanzahl im Sanitärbereich und den Badebecken ist beschränkt. Angebote wie Sprungtürme, Wasserrutschen oder Whirlpools werden reduziert . Kinder unter 10 Jahren dürfen nur in Begleitung eines aufsichtspflichtigen Erwachsenen ins Bad.

Badi-Spaß in der Schweiz

Auch bei unseren Schweizer Nachbarn gilt eine neue Nutzungsregelung für die Hallen- und Sommerbäder ab dem 6. Juni, die besagt, dass die Anzahl der Gäste, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten dürfen, aufgrund der Schutzvorgaben beschränkt ist. Es gilt jederzeit zwei Meter Abstand zu anderen Personen zu halten, auch im Wasser. Darüber hinaus sollen die Anweisungen vor Ort und die Markierungen beachtet werden. Die gesamte Infrastruktur der Bäder ist nutzbar – inklusive Liegeflächen, Nichtschwimmerbecken, Kinderplanschbereichen und Spielplätzen. Die Flächenregel von einer Person pro zehn Quadratmetern als Richtgröße gilt auch hier über die gesamte Schwimmbadfläche, d.h. für Wasser- und Liege-/ bzw. Umgebungsflächen.

Im Weiteren gilt für die Restaurants in Schwimmbädern ab dem 6. Juni die neue Auflage des Bundesrates, dass unbeschränkt Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Wenn es aber mehr als vier an einem Tisch sind, muss eine Person am Tisch dem Betreiber seine Kontaktdaten bekanntgeben.

Trotzdem genießen

Die Sonne lockt, die Wassertemperaturen steigen, unbeschwertes Badevergnügen sollten wir uns trotz oder gerade wegen aller Regelungen gönnen. Schließlich ist Grund für all diese Vorkehrungen die Minimierung der Ansteckungsgefahr mit Covid-19 und damit unser aller Gesundheit. Zum Glück haben am Bodensee sehr viele großzügig angelegte Bäder einen Seezugang, hier ist Platz für jede Menge Schwimmer und Sonnenanbeter. So fällt die Einhaltung der Abstandsregeln sowohl an Land als auch im Wasser leicht.

Text + Foto: Stefanie Göttlich