Der nächste (Bregenzer) Frühling kommt bestimmt

Fünf Weltklasse-Compagnien aus Frankreich, Spanien, Deutschland und Großbritannien sowie das aktionstheater ensemble werden ihr Publikum beim Bregenzer Frühling 2023 mit ausdrucksstarken Performances in die atemberaubende Welt des Tanzes entführen. Alle gezeigten Werke sind österreichische Erstaufführungen. Gastgeber des hochkarätigen, internationalen Tanzfestivals, das im Bodenseeraum einzigartig ist, ist zum 36. Mal die Landeshauptstadt Bregenz.

VESSEL | (c) Yoshikazu INOUE

Vessel
„Es ist ein intensives Stück, das hohe Präzision von den Tänzer*innen fordert“, sagt der belgisch-französische Choreograf und Tänzer Damien Jalet. Tiefgründig, beunruhigend und kraftvoll zugleich zeigt er das faszinierende Werk mit dem japanischen Künstler Kohei Nawa. Die dynamische Verschmelzung zwischen dem Bühnenbild und den Tänzer*innen lässt eine visuelle Metamorphose von außergewöhnlichen Körpern entstehen. Die charakteristischen „kopflosen“ Posen verbergen die Gesichter der Performer und verleihen ihnen Anonymität. Der Konflikt zwischen Körper und Geist wird im Tanz aufgegriffen.

Seises
Israel Galván hat ein choreografisches Tanz-Solo in drei Teilen geschaffen. Für seine Inszenierung greift er auf eine andalusische Tradition mit religiösen Wurzeln zurück: Seises basiert auf dem „Baile de los Seises“, einem Tanz, der in der Kathedrale von Sevilla, der größten gotischen Kathedrale der Welt, ursprünglich von sechs Kindern in traditioneller Kleidung des 16. Jahrhunderts zu drei Anlässen im Jahr aufgeführt wird. Galváns Werk spielt auf die kindliche Unschuld an, zusammen mit den Stimmen des weltbekannten Knabenchors des Klosters Montserrat bei Barcelona, dem Escolanía de Montserrat.

XERROX VOL. 2
Für seine Ballett-Choreografie widmet sich der amerikanische Tänzer und Choreograf Richard Siegal dem Komponisten Alva Noto. Im Mittelpunkt von XERROX VOL. 2 steht sein Opus Magnum XERROX – eine Musik, die verführt, irritiert, bewegt und überwältigt. Richard Siegals Choreografie besticht durch jene fast übermenschliche Körperlichkeit, für die das Ballet of Difference-Ensemble weltweit bekannt ist. Für die bildgewaltige Inszenierung arbeitet Siegal mit dem Lichtkünstler Matthias Singer zusammen, dessen kunstvolle Lichträume bereits viele Arbeiten der Compagnie so unverwechselbar gemacht haben.

LOVETRAIN2020
Laut, fröhlich und lebendig – als ein Fest des Lebens entfaltet sich das zeitgenössische Musical LOVETRAIN2020 in einem Raum der unendlichen Möglichkeiten, in dem Bewegung und Klang ineinandergreifen. Der israelische Choreograf Emanuel Gat enthüllt mit seinem Werk die offensichtlichen Ebenen, auf denen Menschen zusammenkommen und wieder auseinanderdriften, sich zurückziehen oder vorwärtsbewegen. Mit der Musik des britischen Duos Tears for Fears ist die Produktion mit 14 Tänzer*innen eine choreografische Ode an den Sound der 80er-Jahre.

Jungle Book reimagined
Der britische Tänzer und Choreograf Akram Khan (MBE), einer der angesehensten Tanzkünstler der Gegenwart, hat das Dschungelbuch neu interpretiert. „Wir leben in nie dagewesenen unsicheren Zeiten für alle Lebewesen auf diesem Planeten. Wir alle bewohnen ihn, wir alle nehmen von ihm – aber wir Menschen haben vergessen, ihm unseren Respekt zu erweisen“, sagt er. Akram Khan und sein Kreativteam haben die Reise von Mowgli neu erfunden: Da ist das kleine Mädchen, das auf der Flucht vor einer Naturkatastrophe von seiner Familie getrennt wird und in einer von Menschen verlassenen Stadt der Tiere landet. Ein Stück für Zuschauer*innen ab 10 Jahren.

Morbus Hysteria – Wir haben alle recht
Die Uraufführung des aktionstheater ensemble, in Koproduktion mit dem Bregenzer Frühling sowie in Kooperation mit Werk X, stellt sich gesellschaftspolitischen Verschiebungen: Da sind die einen, die sich den alten Nationalstaat herbeisehnen. Den anderen können die Internationalisierung und das progressive Fortkommen unserer Gesellschaft nicht schnell genug gehen. Was uns guttut, meint die eine wie der andere genau zu wissen. Aber, meinst du dasselbe wie ich, wenn ich das Gleiche sage? Eine Armada von Philosoph*innen hat sich an dieser Frage abgearbeitet. Und das Ensemble des aktionstheaters hat auch keine Lösung.

Festspielhaus Bregenz

Théâtre National de Bretagne, Frankreich
Vessel
Österreichische Erstaufführung (ÖEA)
11.03., 20 Uhr, Spieldauer 60 Minuten

Israel Galván Company, Spanien
Seises
18.03., 20 Uhr, Spieldauer 110 Minuten

Ballet of Difference, Deutschland
XERROX VOL. 2
01.04., 20 Uhr, Spieldauer 66 Minuten

Emanuel Gat Dance, Frankreich
LOVETRAIN2020
15.04., 20 Uhr, Spieldauer 60 Minuten

Akram Khan Company, Großbritannie
Jungle Book reimagined
05.05., 20 Uhr, Spielzeit 130 Minuten

aktionstheater ensemble, Österreich
Morbus Hysteria – Wir haben alle recht
Premiere 31.05.,  +  01., 02. + 03.06., jeweils 19.30 Uhr
Spieldauer 60 Minuten

Aktuelle Informationen:
www.bregenzerfruehling.com

Bregenzer Frühling Tanzpass: minus  -25 %
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Beitragsbild: BOD XERROX RICHARD | © Thomas Schermer