Mobile medizinische Beratung bei Corona-Verdacht von zu Hause aus? Das Start-up-Unternehmen Misanto aus Frauenfeld hat zu Beginn des Jahres die gleichnamige App MiSANTO auf den Markt gebracht, die das ermöglicht. Bei Verdacht auf Corona fragt sie den Nutzer nach Symptomen und Risikofaktoren. Je nach Ergebnis kann direkt ein Test bestellt werden und innerhalb von 48 Stunden sind die Ergebnisse meist schon da.

Im Thurgau arbeitet Misanto mit dem Kanton zusammen. Wenn sich ein Verdachtsfall aufgrund der Antworten bestätigt, kommt zeitnah der Zivilschutz vorbei und nimmt den Test ab.

Zukunft Telemedizin

Das Beispiel zeigt, dass Telemedizin, ein Thema, das nicht erst seit Corona diskutiert wird, die überlasteten Arztpraxen sinnvoll unterstützen kann. Um die Ansteckungsgefahr, die von potentiellen Corona-Patienten ausgeht, einzudämmen, sind Menschen mit Symptomen aktuell aufgefordert, nicht in die Praxis zu kommen, sondern dort anzurufen. Alle Fragen, die im Telefonat geklärt werden können, kann auch die App abklären. Schmecken Sie nichts mehr beim Essen? Können Sie Ihr Parfüm nicht mehr riechen? Haben Sie Fieber? Der Symptom-Checker führt mittels Fragen und Antworten automatisch zu einer Verdachtsdiagnose, die die wahrscheinlichste Krankheit für die präsentierten Symptome aufzeigt. Bei Bedarf wird ein Chat mit einem Arzt angeboten, denn ein großer Teil der Angestellten von Misanto sind selber Ärzte oder angehende Mediziner. 

Das Thurgauer Familienunternehmen, das der Mediziner Thomas Krech zusammen mit seinen Töchtern führt, ist in den letzten Monaten Dank Entwicklung der App, die erst seit Ende 2019 im Einsatz ist, schnell gewachsen. Zusätzliche Kräfte für den Aufbau des telemedizinischen Kompetenzzentrums und die Beratungen über Chat werden gesucht. „Wir haben in zwei Monaten (bereits) zehn zusätzliche Mitarbeiter eingestellt“, äußerte sich Carol Krech gegenüber dem St.Galler Tagblatt und erklärte hier auch, dass das Unternehmen plant, sich weiter zu vergrößern, weil der Bedarf nach digitalen Angeboten im Bereich Medizin steigt. Eine Entwicklung, die vielleicht durch Corona angeschoben wird, weil viele Ärzte, gerade jetzt die Vorteile neue Technologien entdecken. (sg)

www.misanto.ch/

Foto: Engin Akyurt