Das Bodenseeforum Konstanz hat nach einer schwierigen Startphase das bisher erfolgreichste Jahr abgeschlossen. Und auch der Ausblick auf 2020 ist positiv.

Rund 30% mehr Veranstaltungen als im Vorjahr, 50% mehr Veranstaltungstage und damit rund 30% mehr Umsatz kann man für 2019 verbuchen, das Haus ist damit aktuell im Plan. Es wird zwar ruhiger um das Haus – aber dafür turbulenter im Inneren: Manchmal wird fast rund um die Uhr gearbeitet und während die eine Veranstaltung abgebaut wird, baut man die nächste für den Tag bereits auf. So soll es sein. „Die Zusammenarbeit mit dem Team und das Arbeiten an einer gemeinsamen Vision bereiten mir viel Freude“, erklärt Geschäftsführerin Ruth Bader, doch es ist harte Arbeit.

Gemeinsam ist das Zauberwort

Für 2020 sind einige Veränderungen geplant und vom Konstanzer Gemeinderat auch abgesegnet: Das Bodenseeforum bleibt, wie bisher, als städtischer Betrieb positioniert. Die Veranstaltungen sollen sich künftig stärker an die Bürger der Vierländerregion richten. Ein klares und starkes Bekenntnis der Politik zur Zukunft des größten Veranstaltungshauses der Stadt. Mittelfristig strebt man an, das Konzil (welches einen neuen Pächter sucht) gemeinsam zu vermarkten, ein Convention-Office für Konstanz sozusagen, das die beiden wichtigsten Tagungs- und Veranstaltungshäuser optimal am Markt präsentiert. Gemeinsam! Das ist ohnehin das Zauberwort. „Wir suchen den Schulterschluss mit den vielen Anbietern hier in Konstanz und darüber hinaus“, erläutert Geschäftsführerin Ruth Bader ihre Strategie „und darum fassen wir nichts an, was es schon gibt.“ So werden im Bodenseeforum keine Sprechtheaterveranstaltungen stattfinden und auch bei klassischen Konzertformaten hält man sich zurück: „Mit der Philharmonie und dem Stadttheater sind wir hier bestens aufgestellt, wir haben noch genügend Felder, die wir bespielen können“, so Ruth Bader.

„Messen, Musicals, Multimedia-Shows, Vorträge, Kleinkunst, Kabarett, größere Rock-, Pop- oder auch Hip-Hop-Konzerte, Jan und Henry aus dem Kinderkanal werden hier Halt machen – wir suchen uns die Bereiche, die den Besuchern in Konstanz bislang gefehlt haben und bespielen diese. Dadurch kommen mehr Konstanzer Bürger als Kultur-Besucher ins Haus und machen es lebendig.“ Die „Fischerin vom Bodensee“, das Konstanzer Mammut-Musical-Projekt des Wollmatinger Musikvereins und der Narrenzunft Niederburg wird nächstes Jahr einen langen Zeitraum im Bodenseeforum die Besucher locken – „Wo soll das Projekt denn sonst laufen außer bei uns?!“

Der Mix macht‘s

Die zukünftige Entwicklung des Hauses sieht vor, dass etwas mehr als die Hälfte der Veranstaltungen Tagungen und Kongresse sein sollen, die andere Hälfte teilt sich auf in Kulturveranstaltungen (25 %), Messen (10%), Feierlichkeiten (7,5 %) und Vorträge (5 %). Eine bewusst gewählte Mischung, die es ermöglicht, durch lukrative Tagungen die Veranstaltungen, die für die einheimische Bevölkerung interessant sind, quer zu subventionieren. Der richtige Mix macht‘s! Die sogenannte Umweg-Rentabilität, also die finanziellen Nebeneffekte, etwa weil Gäste während ihres Besuchs in der Stadt einkaufen, übernachten, in die Therme gehen oder in Restaurants ihr (zusätzliches) Geld liegen lassen, mal nicht eingerechnet.

Auch mit den Häusern um den See sucht man den Schulterschluss: „Hier gibt es keine Konkurrenz, sondern wir arbeiten gemeinsam am ‚Tagungsstandort Bodensee‘ und werfen uns gegenseitig die Bälle zu“, erläutert Bader. Von Würth in Rorschach, St. Gallen über Bregenz, Lindau, die Insel Mainau, Singen bis nach Friedrichhafen fliegen die Bälle über den See hin und her, Das Ziel: der Bodensee als gemeinsame, spannende, internationale Tagungsregion möglichst international zu positionieren. „Vielleicht sind wir mit unserer Art der Kooperation bei Tagungsorten schon weiter, als manche anderen Netzwerke am Bodensee“, sinniert Bader. Die Zukunft kann kommen…

Bodensee Forum Konstanz, Reichenaustrasse 21, D-78467 Konstanz, +49 (0)7531 12 728 0| www.bodenseeforum-konstanz.de