D – Wolfegg/Uhldingen-Mühlhofen | Es bewegt sich was im Oldtimerland: Das Automuseum Fritz B. Busch zieht vom oberschwäbischen Wolfegg an den Bodensee nach Uhldingen-Mühlhofen ins Traktormuseum. Bis Ende Oktober besteht noch die einmalige Möglichkeit, das Automuseum Busch in seiner jetzigen Gestalt zu besuchen. Über den Umzug sprach akzent mit der Betreiberin des Automuseums Busch, Anka Busch, und dem Leiter des Traktormuseums Bodensee, Dr. Gerhard Schumacher.

akzent: Frau Busch, warum schließen Sie das Museum in Wolfegg?

Anka Busch: Einzig und allein aus Überlegungen zum Thema Nachfolgeplanung und aus Altersgründen. Der Pachtvertrag stand für weitere Jahre zur Verlängerung an, und dann hätte sich dieselbe Frage ohnehin gestellt.

akzent: Bleibt die Sammlung in Ihrem Besitz?

Anka Busch: Wenn man Verantwortung abgeben will, muss man sich auch von Besitz weitgehend trennen können.

akzent: Herr Schumacher, wo sollen die neuen Fahrzeuge in Ihrem Museum ausgestellt werden?

Gerhard Schumacher: Im Museum sind noch zwei Stockwerke ungenutzt. Darüber hinaus wird im Erdgeschoss die Traktorausstellung zugunsten der Automobile etwas reduziert. Zukünftig wird es dann zwei Bereiche geben. Zum einen das Leben auf dem Lande der letzten 100 Jahre mit Traktoren und zum anderen das Stadtleben der letzten 100 Jahre mit dem Automobil. Für beide Bereiche wird natürlich nur eine Eintrittskarte benötigt.

akzent: Sind damit Ihre Räumlichkeiten voll ausgereizt?

Gerhard Schumacher: Ja, nach dem Umzug werden die Räume voll belegt sein. Das Museum hat aber einen guten Bestand an Austauschfahrzeugen, um eine wechselnde und lebendige Museumsgestaltung zu gewährleisten.

akzent: Wessen Idee war es, ins Traktormuseum umzuziehen?

Anka Busch: Diese Option ergab sich innerhalb eines Gedankenaustausches mit Herrn Dr. Schumacher. Wir kennen uns ja schon eine ganze Weile und konnten immer gut miteinander reden.

Gerhard Schumacher: Und wir beide haben schnell die Vorteile einer Zusammenlegung der Museen erkannt.

akzent: Wird es in Wolfegg eine Abschiedsfeier geben?

Anka Busch: Aber natürlich – und wie! Unter dem Obertitel „Bye-bye Busch“ wird am Sonntag, den 7. August unser bewährtes „Oldtimer Picknick im Park“ stattfinden. Wahrscheinlich knackiger denn je, denn jeder möchte doch noch mal dabei sein.

akzent: Wie werden die Oldtimer in ihrem neuen Zuhause in Szene gesetzt?

Gerhard Schumacher: Wie im Bereich Traktoren geht es uns um die Darstellung von Zeitgeist und der damit verbundenen Emotionen. Wenn Sie einen Peugeot aus den 20er-Jahren sehen, erkennen Sie Elemente des Art déco, also setzen wir dieses Fahrzeug in ein entsprechendes Umfeld. Zu einer Isetta von 1960 gehören dann der Nierentisch und die Tulpenlampe.

akzent: Wird die Autosammlung durch Sie zusätzlich erweitert?

Gerhard Schumacher: Das Museum hat bereits einen kleinen Bestand an eigenen Pkw, vor allem aus den 50er- und 60er-Jahren, die noch hinzukommen.

akzent: Und wie geht es jetzt in Wolfegg weiter? Müssen die Oberschwaben ganz auf Oldtimer verzichten?

Anka Busch: Darüber kann ich im Moment keine verlässlichen Angaben machen. Hinter den Kulissen wird mit heißer Nadel gestrickt, und es könnte durchaus sein, dass die Hinweisschilder für ein Automuseum im Ortskern hängen bleiben können.

21.03.-30.10., tägl. 10-17 Uhr | Automuseum Busch | Fritz-B.-Busch-Weg 1, D-88364 Wolfegg | +49 (0)7527 62 94 | www.automuseum-busch.de

Traktormuseum Bodensee | Gebhardsweiler 1, D-88690 Uhldingen-Mühlhofen | +49 (0)7556 92 83 60 | www.traktormuseum.de