D/CH – Bodensee | Der Einkaufstourismus soll abgeschafft, oder auf jeden Fall stark eingedämmt werden, zumindest wenn es nach den schweizer Ständeräten und Stadtpräsidenten geht. Sie fordern, dass der Freibetrag für Waren von 300 auf 50 Franken gesenkt werden soll.

Pro Person dürfen Schweizer Waren im Wert von 300 Franken zollfrei in die Schweiz einführen. Für diesen Warenwert wird weder die schweizer, noch die deutsche Mehrwertsteuer gezahlt. Das ist nicht nur unfair, sondern schädigt auch die Schweizer Wirtschaft in den Grenzgebieten, so Werner Hösli, Glarner Ständerat. Aus diesem Grund soll seiner Meinung nach der Freibetrag von 300 auf 50 Franken gesenkt werden. Mit dieser Forderung steht er nicht alleine da, viele Schweizer Unternehmer und Lobbyisten sehen das genauso. Sollte der Beschluss durchkommen, würde das mehr Arbeit und Aufwand für den Zoll bedeuten. Umstritten ist allerdings ob die Reduzierung des Freibetrags überhaupt den gewünschten Effekt hätte. Der Bundesrat lehnt den Antrag bis dato ab, da nicht davon ausgegangen wird, dass sich die Schweizer so von den Einkäufen im Ausland abhalten ließen. Eine einfachere Variante um die heimische Wirtschaft wieder mehr anzukurbeln und den Steuerverlust von rund 500.000 Millionen Franken auszugleichen, wäre eine Preissenkung. Wenn Lebensmittel und andere Güter in der Schweiz nicht teils dreimal so teuer wären wie im Ausland würden auch wieder mehr Schweizer im heimischen Supermarkt einkaufen.

Auf der deutschen Seite freuen sich natürlich die Unternehmer über zahlreiche Einkäufer aus der Schweiz. Bei der Bevölkerung sieht das etwas anders aus. Viele sind genervt von den elendigen Staus und vollen Läden. Dem will die baden-württembergische Regierung entgegenwirken: erst ab einem Warenwert von 50 Euro sollen die Schweizer zukünftig die deutsche Mehrwertsteuer erstattet bekommen. Baden-Württemberg erhofft sich dadurch eine Entlastung der Straßen und wieder mehr Lebensqualität für die Menschen in den grenznahen Regionen. Ähnliche Untergrenzen gibt es bereits in Österreich und Frankreich mit 75 und 175 Euro. Durch diese Untergrenze würde auch der deutsche Zoll, der mittlerweile ungelernte Aushilfen allein für das Abstempeln der Ausfuhrzettel eingestellt hat, entlastet.