D – Ravensburg | 21.12. | Die Vollblut-Musikerin Charlotte „Lotte“ Rezbach ist 23 Jahre alt und weiß genau, was sie will: in vollen Zügen leben und ihre Erfahrungen in Musik verpacken. Am 21.12. kann man sie zum Tour-Abschluss noch mal in Ravensburg live erleben.

Denkt man an die Kinderbücher „Das doppelte Lottchen“ oder „Lotta aus der Krachmacherstraße“, kommen schnell Assoziationen wie frech, mutig und lustig auf. Wenn Lotte von sich erzählt, bekommt man das Gefühl, dass diese Beschreibung auch auf sie gut zutrifft. „Ich habe ein großes Abenteuerbedürfnis und bin viel mit Leuten unterwegs. Neue Herausforderungen finde ich immer spannend“, erzählt sie. Die Geborgenheit ihres Zuhauses brauche sie zum Krafttanken aber genauso. Den Spitznamen Lotte habe sie bereits in ihrer Kindheit gehabt: „Das bin einfach zu 100 Prozent ich und auch heute nennen mich alle so.“ Authentizität scheint ihr wichtig zu sein und so sei die Entscheidung für einen Künstlernamen nicht schwergefallen. Mit Platten der Beatles, Norah Jones oder James Blunt sei sie in einer musikliebenden Familie aufgewachsen und habe früh Musikunterricht genommen. „Musik hat mich von klein auf durchs Leben begleitet“, sagt sie. Bereits mit 13 habe sie erste Texte geschrieben, damals noch in englischer Sprache. Mit der Zeit habe sie immer mehr ihre Liebe für deutsche Musik entdeckt und begonnen, selbst Texte auf Deutsch zu verfassen. Freiheit, Sehnsucht und Liebe seien große Themen für Lotte: „In der eigenen Muttersprache kann man der Gefühlswelt doch besser auf den Grund gehen und die Essenz erfassen.“ Wenn sie etwas sehr bewegt, dann sprudle es manchmal regelrecht aus ihr heraus.

Auf der Bühne zuhause

Man hört Lotte die Leidenschaft und Lebenslust an – was dabei herauskommt, ist eindringliche Popmusik, die zum Tanzen animiert. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier formen ein lebendiges und treibendes Zusammenspiel, manchmal auch mit melancholischem Unterton. Lottes Weg führte direkt auf die großen Bühnen – als Support begleitete sie u.a. Max Giesinger und Johannes Oerding. „Meine ersten Bühnenerfahrungen waren gleichzeitig beängstigend und bereichernd. Es ist schon ein großes Kompliment, wenn plötzlich alle still sind und der eigenen Musik zuhören.“ Zur Gewohnheit, meint Lotte, werde dieses Gefühl aber nie. Sie vergleicht ihre Auftritte mit ersten Dates – man wisse vorher nie, ob die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt und genauso verschieden sei auch die Verbindung zum Publikum. Das mache es kaum möglich, sich vorher darauf einzustellen. Mittlerweile fühle sie sich aber immer mehr zu Hause auf der Bühne. Dafür sorgt wohl auch der Teppich, der immer vor dem Mikro für sie bereitliege, wie ein kleines Stück Zuhause. Aber natürlich tragen auch die Menschen, mit denen sie spielt, viel dazu bei. Auf die Frage, was ihr bei der Band-Zusammenstellung wichtig war, antwortet sie: „Zum Einen natürlich das musikalische Können … aber was vor allem superwichtig ist, ist das Menschliche.“ Man verbringe schließlich viel Zeit zusammen auf Tour. Bei all dem Reisen vergesse Lotte aber nie ihre Wurzeln und komme auch immer gerne zurück in ihre schöne Heimatstadt Ravensburg. Die Veitsburg sei dabei einer ihrer Lieblingsorte – hier habe man das große Ganze im Blick und gewinne etwas Abstand von allem. Nächstes Jahr soll Lottes neues Album erscheinen, mit einer großen Bandbreite an Themen im Gepäck. Dann stehen wieder Konzerte und ein Festivalsommer an: „Ich bin offen für das, was die Zukunft bringt – aber Plan A ist eindeutig das Musikmachen!“

21.12., 20 Uhr | Konzerthaus Ravensburg, Wilhelmstraße 3, D-88212 Ravensburg | +49 (0)751 29 55 57 77 | www.musikvonlotte.de

Text: Leonne Böhm