Seit 1979 wählen die Menschen in Europa alle fünf Jahre ihre Vertreter ins Europäische Parlament, das einzig direkt gewählte Organ der EU, das ihre Interessen in der EU-Beschlussfassung vertritt. Die nächste Wahl in den 27 Mitgliedsstaaten der EU findet vom 23. bis zum 26. Mai 2019 statt. In Deutschland und Österreich sind die Wahllokale am 26. Mai geöffnet.

Die Wahl

Gewählt werden insgesamt 705 Abgeordnete. Sie gehören Fraktionen an, sind aber nicht nach Staatsangehörigkeit organisiert, sondern schließen sich nach politischer Zugehörigkeit zusammen. Derzeit gibt es im Europäischen Parlament acht Fraktionen, die größten sind die Christdemokraten (EVP) und die Sozialdemokraten/Sozialisten (S&D).

Die Wahl zum Europäischen Parlament erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts mit Listenvorschlägen. Das garantiert, dass eine Partei, die 20 Prozent der Stimmen erhält, auch rund 20 Prozent der Sitze erhält. Jede*r Wähler*in verfügt über eine Stimme, mit der sie/er einen Listenvorschlag einer Partei oder einer politischen Vereinigung wählen kann.

Die Sitzverteilung ist in den EU-Verträgen geregelt. Sie richtet sich nach der Bevölkerungszahl der Länder. Dabei erhalten kleinere Länder mehr Sitze, als ihnen proportional zustehen würden. Derzeit reicht die Zahl der Mitglieder von sechs für Malta, Luxemburg und Zypern über Österreich mit 18 Sitzen bis hin zu 96 für Deutschland.

EU wozu?

Die EU hat den Auftrag,

  • den Frieden zwischen den Mitgliedstaaten zu erhalten und auf diesem Frieden weiter aufzubauen;
  • die europäischen Länder zu konkreter Zusammenarbeit zu bewegen;
  • dafür zu sorgen, dass die europäischen Bürgerinnen und Bürger in Sicherheit leben können;
  • die wirtschaftliche und soziale Solidarität zu fördern;
  • in einer globalisierten Welt die europäische Identität und Vielfalt zu bewahren;
  • die gemeinsamen europäischen Werte zu propagieren.

Konkret: EU als Friedensprojekt

Mittel- und Westeuropa haben noch nie einen so langen Zeitraum ohne Krieg erlebt. Die EU ist das erfolgreichste Friedensprojekt in der Geschichte der Menschheit. Im Jahr 2012 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Konkret: Gemeinsam wirtschaftlich stark

Die Europäische Union ist die größte Handelsmacht der Welt. Auf die europäischen Länder entfällt allerdings ein immer geringerer Anteil der Weltbevölkerung. Sie müssen daher weiterhin zusammenstehen, wenn sie für Wirtschaftswachstum sorgen und weltweit mit den anderen großen Volkswirtschaften konkurrieren wollen. Kein EU‑Mitgliedstaat ist stark genug für einen Alleingang im Welthandel.