CH – Ermatingen | Fabio Hüther ist gerade mal 20 Jahre alt und hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als die Welt zu retten. Was im ersten Augenblick verrückt und mehr als eine Nummer zu groß erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als durchdachtes Konzept, bei dem sauberes Wasser die zentrale Rolle spielt.

Um seine Mission auf den Weg zu bringen, hat er 2015 die gemeinnützige Organisation Bee the change und vor Kurzem das Umweltschutzunternehmen Umuntu gegründet. Dabei steckt er mitten im Studium … „Mein Herz schlägt für die Umwelt“, bringt es der Student auf den Punkt. Derzeit schreibt er seine Abschlussarbeit zum Bachelor in Sachen Wirtschaftsingenieur, ab Herbst geht es in Zürich mit dem Masterstudiengang Umweltmanagement und –technologie weiter. Fabio weiß, dass er diese Grundlagen braucht, um erfolgreich zu sein. Doch Erfolg definiert er dabei nicht übers Geld. Seine Ziele sind andere. Als Jungunternehmer möchte er zu einem Paradigmenwechsel verhelfen. Er möchte das Konsumverhalten der Menschen nachhaltig revolutionieren. „Die Macht liegt in der Hand des Konsumenten“, ist er überzeugt. Nachhaltige Unternehmen fördern, umweltzerstörende boykottieren.

Wie global Fabio denkt, hat er spätestens mit der Gründung von Bee the change gezeigt. Die Organisation ermöglicht Jugendlichen in Gambia eine Ausbildung. 46 junge Menschen konnte er bislang unterstützen. Ein Ausbildungsprojekt als Beitrag zur Förderung der Wirtschaft. Als tragischerweise sein dortiges Patenkind an Cholera, die durch verdrecktes Wasser ausgelöst worden war, verstarb, wurde dem jungen Schweizer erneut bewusst, welch wichtiges Element Wasser ist. In jeder Hinsicht. „Ohne sauberes Wasser kann keiner lernen, also investieren wir jetzt auch in eine öffentliche Trinkwasserstelle dort.“ Zudem besteht der menschliche Körper aus rund 80 Prozent Wasser. Die Wirkung des Wassers auf den Körper, hatte Fabio bereits als Kind erlebt.

Schlüsselerlebnis Wasser

Mit acht Jahren erkrankte Fabio an Knochenkrebs. Überlebenschance 50 Prozent. Dass er heute noch lebt und gesund ist, hat er wohl seiner Mutter zu verdanken. „Die war sicher, dass in Wasser mehr steckt, als wir wissen.“ Aus der Klangschalentherapie wusste sie um die Schwingungen im Körper. Genauso stecken Schwingungen im Wasser. Durch Naturmedizin verhalf sie ihrem Sohn zu guten Blutwerten, sodass die geplante Therapie der Schulmedizin überhaupt durchgeführt werden konnte. Dieses Erlebnis brachte Fabio dazu, sich schließlich auf informiertes und energetisiertes Wasser zu spezialisieren. Mit Umuntu hat er jetzt ein Wasser auf den Markt gebracht, das „mehr ist als die rein chemische H2O-Konstruktion“.

Eco-System statt Ego-System

Doch die Umuntu GmbH steht für viel mehr als nur Wasser. Es geht darum, wie man die Umwelt bereichern kann. „Das Umuntu-Wasser dient symbolischen Zwecken. Mit dem Erlös finanzieren wir unsere Umweltprojekte in derzeit acht Ländern.“ Wie wichtig Fabio die Mission ist, hat er eindrücklich mit der Ablehnung eines Finanzierungsangebotes gezeigt. Ein Investor bot 350.000 Euro für 50% Beteiligung und die Umwandlung zur Aktiengesellschaft. Doch: „Es muss jemand sein, der auch das Bewusstsein dafür hat.“ Noch ist der Jungunternehmer entspannt. Um sein Leben zu finanzieren, arbeitet er zusätzlich bei einem Internetportal in der Region.

Dass der Visionär auf dem richtigen Weg ist, zeigt auch die Nominierung des ClimateLaunchpad. Der weltweit größte Wettbewerb für grüne Geschäftsideen sucht nach vielversprechenden Geschäftsideen mit hoher Klimarelevanz. Die ausgewählten Teilnehmer werden unterstützt, aus ihrer Idee ein Geschäftskonzept zu entwickeln. Rund 1000 Ideen aus 35 Ländern wurden eingereicht. Umuntu steht jetzt im nationalen und wenn alles gut läuft im November auch im internationalen Finale im schottischen Edinburgh.

www.umuntu.ch | facebook @umuntuwater und @beethechangeglobal

Text: Tanja Horlacher