Die Leica Galerie startet Ende Januar mit einer neuen Foto-Ausstellung ins neue Jahr. Erfolgreich verknüpfen Markus Wintersig und sein Team hier seit 2019 Kunst- und Kaffeegenuss. Eingebettet in den historischen Stadtteil Niederburg ist die Galerie binnen kurzer Zeit zu einem beliebten Anlaufpunkt für Kunstliebhaber, Fotoenthusiasten und Profis geworden. Jährlich locken vier spannende Ausstellungen, die von einem Kurator*innenteam betreut werden. In den großzügigen Ausstellungsräumen mit dem „Kaffee Blende 8“ können Besucher*innen entspannt die Fotokunst betrachten, sich über das Thema Fotografie austauschen oder sich in eine große Auswahl an hochwertiger Fachliteratur vertiefen. Noch dazu lässt es sich in diesem schönen Ambiente Kaffee und Kuchen genießen.

Die neue Ausstellung zeigt unter dem Titel „Genius Loci“ rund sechzig Aufnahmen von Paolo Burlando. Es sind Fotografien, die auf seinen Reisen durch Asien, Europa und Amerika entstanden sind. Man solle das Gefühl haben, an diesen Orten zu sein, wenn man seine Bilder betrachte, sagt der Fotograf. Es gehe ihm darum, den Charakter und die Gewohnheiten einzufangen und für die Betrachtenden sicht- und spürbar zu machen. Von beschaulichen Fischerdörfern in Europa über Straßenszenen aus Südostasien bis hin zu Fotografien, die direkt aus einem amerikanischen Roadmovie stammen könnten – die Bilder von „Genius Loci“ bestechen durch ihre Authentizität, nicht zuletzt, weil die Aufnahmen unbeschnitten bleiben. Burlando beobachtet sehr gerne und versucht, den Moment auf das digitale Medium zu bannen. Wichtig ist dem Künstler, dass seine Bilder nie laut oder aufdringlich sind. Sein Ziel ist es, dass seine Fotografie diskret bleibt und Menschen abbildet, ohne den Respekt vor ihnen zu verlieren.

1960 geboren, kam Paolo Burlando als 17-Jähriger zur Fotografie. Er studierte Ingenieurswissenschaften in Genua und wurde schließlich Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Der Professor für Hydrologie und Wasserwirtschaft ist leidenschaftlicher und außergewöhnlicher Dokumentarfotograf. Seine Bilder sind immer schwarz-weiß, dadurch wolle er den Betrachtenden ermöglichen, eine eigene Lesart aufzubauen, die Botschaft der Fotografie oder die Ästhetik wertzuschätzen. Mehr zu seinen Fotografien und seinen Intentionen wird Burlando bei der Eröffnung berichten und sich bestimmt auch dazu äußern, warum er der Ansicht ist, dass Schwarz-Weiß-Fotografie herausfordernder ist und weniger Fehler verzeiht.

28.01. – 08.04. | Ausstellung „Genius Loci“
27.01., 19 Uhr | Vernissage, der Künstler wird anwesend sein
28.01., 12 Uhr | Paolo Burlando führt durch die Ausstellung

Leica Galerie
Gerichtsgasse 14
D-78462 Konstanz
www.leica-galerie-konstanz.de

Text: Stefanie Göttlich
Beitragsbild: Rue de la Gaité, Paris, Frankreich, 2012 | (c) Paolo Burlando