Das Frauenstimm- und wahlrecht gibt es in der Schweiz tatsächlich erst seit 1971. Was in Österreich und Deutschland bereits seit 1918 und damit seit über 100 Jahren möglich ist, feiert in der Schweiz in diesem Jahr sein zartes 50jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass zeigt das Textilmuseum in St.Gallen Kostüme und Accessoires aus der Zeit von 1600 bis heute. Damit soll der weibliche Machtanspruch und die weibliche Machtrepräsentation im Wandel von Gesellschaft, Politik und Mode versinnbildlicht werden.

Schon immer gab es einflussreiche Frauen, Mode hat ihre Stellung unterstrichen. Veranschaulicht wird deshalb der strategischen Einsatz von Kleidung und Accessoires im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedlichen Ländern und Staatsformen. Dabei liegt der Fokus auf der öffentlichen Wahrnehmung bedeutender Frauen, deren Erscheinen auf der politischen Bühne damals wie heute nicht nur mit Beifall, sondern vielfach auch mit (Stil-)Kritik bedacht wurde und wird.

Die Ausstellung „Robes Politiques“ zeigt Kleidungsstücke bedeutender Frauen. Fünfzig textile Objekte, ergänzt um ausgewählte Bilder, Fotografien und Videos, verdeutlichen das Spannungsfeld zwischen Weiblichkeit und Machtposition, Skandal und Idealisierung, Volksnähe und Repräsentation.

19.03 – 06.2.2022 | ROBES POLITIQUES – FRAUEN MACHT MODE

Textilmuseum St.Gallen
Vadianstrasse 2
CH-9000 St.Gallen

www.textilmuseum.ch

Fragile Schönheit – Die Restaurierung eines Ballkleids der letzten Kaiserin Frankreichs,
Eugenie de Montijo

Beitragsbild: Anita Fetz SP/BS debattiert, für einmal als Patriotin, für den Beitritt der Schweiz zur UNO am Dienstag 18. September 2001 in Bern während der Session im Nationalrat. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)