D – Friedrichshafen | Es gibt Städte, da wird um spätestens 21 Uhr der Bordstein hochgeklappt und nichts ist mehr los. So Städte haben wir leider auch am Bodensee, z.B. Friedrichshafen, oder Friedhofshafen, wie es schon in einem Song einer jungen Band heißt.

Kaum noch Kneipen und die wenigen die es gibt machen um spätestens 1 Uhr alles dicht. Vielen Musikern, aber auch Live-Musikliebhabern wird hier die Chance genommen, sich in ihrer Heimat- oder Wahlstadt zu vergnügen.

Aus diesem Grund haben die Jungs von „110 Prozent“ einen Protestsong verfasst. In „Friedhofshafen“ besingen sie das Leid vergnügungswilliger Menschen. Friedrichshafen müsste die Kneipenwirte und Veranstalter ihrer Meinung nach mehr unterstützen und die lokalen Künstler mehr fördern. Denn viele Kneipen hätten gerne länger geöffnet und würden auch ab und zu mal Live-Musik anbieten. Da muss also ein Kompromiss her, sodass Friedrichshafen nicht weiter ausstirbt!

Mit drei Bierflaschen und ihren Gitarren sitzen Kai (34, Gitarre und Gesang), Phil (33, Bass und Backing Vocals) und Nice (24, Schlagzeug) auf dem Boden ihres Proberaumes, mit einer Videokamera vor ihnen. Sie singen sich ihren Frust von der Seele. Mehr als 8000 Klicks hat das Lied mittlerweile auf Youtube. Seit der Veröffentlichung am 20. Mai haben unzählige Nutzer in Kommentaren in sozialen Medien ihre Zustimmung bekundet. „Willkommen in Friedhofshafen, hier kannst du friedlich schlafen, hier hast du deine Ruh’, die Kneipen haben zu“, heißt es im Refrain.