Wie soll die Bodenseeregion aussehen, damit ich in 20 Jahren (immer noch) gerne hier lebe? Wie können wir für Wirtschafts- und Industrieunternehmen und auch für Fachkräfte attraktiv bleiben? Wie kann ein zukunftsfähiger Tourismus in der Bodenseeregion aussehen? Diesen und weiteren Fragen geht DenkRaumBodensee nach. DenkRaumBodensee ist ein regionaler Think Tank, der sich mit der Zukunft der Bodenseeregion beschäftigt und Impulse für deren wirtschaftliche, räumliche und gesellschaftliche Entwicklung geben will.

Wie wirken sich (globale) Herausforderungen auf die Bodenseeregion aus und welche Folgen ergeben sich schon heute daraus? Klar ist, dass Entwicklungen wie Globalisierung, Digitalisierung oder demografische Veränderungen auch vor der Bodenseeregion nicht Halt machen. Doch was ist eigentlich die Bodenseeregion? Wenn man Bürgerinnen und Bürger danach fragt, ergibt sich ein anderes Bild als das der offiziellen Raumabgrenzungen etwa durch die Internationale Bodenseekonferenz. DenkRaumBodensee hat dazu Passanten rund um den Bodensee befragt: Für die meisten bezieht sich die Bodenseeregion auf einen eher engen Radius in Ufernähe – Gemeinden, von denen man den See noch sehen kann.

In einem Boot

Im Rahmen sogenannter Bürgerdialoge hat DenkRaumBodensee mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert, wie die Bodenseeregion aussehen soll, damit sie auch in 20 Jahren gerne hier leben würden, und was der Raum für sie persönlich bedeutet: Kurz gesagt ist die Bodenseeregion für die hier lebendende Menschen Arbeits- und Wohnort, Naherholungsraum, Heimat und einfach schön! Sie leben gerne hier, fühlen sich privilegiert, in dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft zu wohnen. Verbesserungspotenzial wird beim Verkehr mit seinen Belastungen, aber auch mit fehlenden Verbindungen innerhalb der Region gesehen. In den Diskussionen wurde auch schnell klar, dass die einzelnen Teilregionen vor gleichen Problemen stehen und alle von grenzüberschreitenden Lösungen profitieren könnten. Mehr voneinander wissen, Informationen über die Grenzen hinweg zugänglich machen und das Bewusstsein für das Gemeinsame stärken – so die Wünsche.

Individuelle Abgrenzung der Bodenseeregion

Wissen aus der Region für die Region

DenkRaumBodensee sucht nicht nur diesen Dialog, sondern macht das Wissen der Forschenden aus den Hochschulen für die Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft für die Bodenseeregion nutzbar. Er versteht sich als die Plattform für den fachlichen Austausch zu relevanten Zukunftsthemen, die über den thematischen Fokus hinaus persönliche Begegnungen ermöglicht und einen Beitrag zur Netzwerkbildung leistet. DenkRaumBodenseehat sich mit vielen Fragen auseinandergesetzt:

  • Wissensregion Bodensee: Was sind die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Wissens- und Innovationssystem Bodensee, und wie kann dieses gezielt für die Entwicklung der Region genutzt werden? Müssen bestehende Strukturen kritisch hinterfragt werden?
  • Industrieregion Bodensee: Warum investiert die Industrie in der Bodenseeregion, obwohl gleichzeitig Arbeitsplätze in diesem Bereich abgebaut werden? Wie passt dies zusammen und was braucht die Industrie, damit sie sich hier auch zukünftig entwickeln kann?
  • Brain Drain am Bodensee: Wie gelingt es, hochqualifizierte Fachkräfte nach Studienabschluss in der Region zu halten und neue zu gewinnen? Bilden wir für die regionale Wirtschaft die richtigen Fachkräfte aus? Und wie wirkt sich der demografische Wandel auf den regionalen Arbeitsmarkt aus?
  • Tourismus: Welche sind die wichtigsten Herausforderungen für die Entwicklung der Bodenseeregion als grenzüberschreitende Tourismusdestination? Wie reagieren wir auf globale Trends, und wie weit wollen wir eigentlich wachsen?
  • Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Wie hat sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren verändert?

Impulse

DenkRaumBodensee will Impulse geben, die von Akteuren in der Region aufgenommen werden. Dies gelingt, wenn die Teilnehmenden initiativ werden und gemeinsam erarbeitete Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen münden. Beispielhaft kann die Neugestaltung der Bodensee Card plus oder eine grenzüberschreitende Initiative zur Fachkräfterekrutierung im Tourismus genannt werden, die in einem 10-Punkte-Programm für die Zukunft des Tourismus formuliert wurden. Weitere Themen werden in den kommenden Jahren bearbeitet, aus denen Aktivitäten entstehen, die den Menschen und den Unternehmen in der Bodenseeregion einen konkreten Nutzen stiften.

Im Think Tank „DenkRaumBodensee“ engagieren sich die Universitäten St. Gallen und Konstanz, die Zeppelin Universität, die Duale Hochschule Ravensburg, das Liechtenstein Institut, das Vorarlberger Architektur Institut sowie die Internationale Bodensee-Hochschule IBH, um den Dialog zur Zukunft der Bodenseeregion fortzusetzen. Die Finanzierung erfolgt aus Eigenmitteln der beteiligten Partner sowie aus Mitteln des Interreg V-Programms „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ und der Internationalen Bodensee-Konferenz IBK.

Weitere Informationen unter: www.denkraumbodensee.org

Text: Simone Strauf DenkRaumBodensee