Die Gaststätten dürfen wieder öffnen, unter Einhaltung der strengen Corona-Regeln. Am besten sind jetzt diejenigen Gastronomen dran, die über einen großzügigen Außenbereich verfügen, der es ihnen erlaubt, die Abstandsregeln  bei der Anordnung der Tische einzuhalten. Was aber, wenn der Platz nicht ausreicht?

Die Erfahrungen nach den ersten Gastronomie-Öffnungen zeigen, dass besonders Gartenwirtschaften, Straßencafés oder Restaurant-Tische draußen gut angenommen werden. Nachdem sich viele Gäste erst einmal vorsichtig annähern, ist ein Platz an der Sonne verlockender. Auch mit Blick auf aktuelle Ergebnisse zum Ansteckungsrisiko über Aerosole verwundert das nicht. Nun hoffen einige auf Flexibilität für eine Bewilligung einer vorübergehenden Ausweitung oder gar der Einrichtung von Außenflächen in Krisenzeiten.

In der Bodenseeregion gehen die Städte Kreuzlingen, Überlingen und Konstanz mit gutem Beispiel voran. Sie bieten Gastronomen die Möglichkeit, Flächen des öffentlichen Raumes ausgedehnter zu nutzen, um ihren Gästen trotz Einschränkungen sonnige Plätze im Freien anbieten zu können.

In Kreuzlingen ist die Vorgehensweise einfach: Der Gastronom informieren die Bauverwaltung in Form eines Plans über die neue Nutzfläche. Eine gesonderte Bewilligung wird nicht ausgestellt.  Auch in Überlingen will man ganz unbürokratisch vorgehen; Sondernutzungsgebühren für die zusätzlich beanspruchten Flächen werden nicht erhoben. In beiden Städten verweist man lediglich darauf, dass es bei der Flächenausweitung zu keiner Behinderung – etwa von Rettungsdiensten – führen darf.

Auch in Konstanz ist eine Ausweitung möglich, allerdings ist das Vorgehen etwas bürokratischer. So muss der Gastronom – wie am 19. Mai beschlossen – beim Bürgeramt ein Antrag zur Erweiterung der Außenbewirtschaftung stellen, der abgestimmt und somit ggfs. auch abgelehnt werden kann. Die anfallenden Sondernutzungsgebühren sowie Kosten für eventuelle Erweiterungen werden in Konstanz für das Jahr 2020 zumindest halbiert.

Die Möglichkeit, die Gastronomen in der aktuellen Situation durch mehr Außenflächen zu unterstützen, ist auf alle Fälle begrüßenswert. Nachahmer gesucht!