Wir schreiben das Jahr 2020 – schienen in der Zukunft angekommen. Wir fliegen nicht mehr nur zum Mond, sondern auch zum Mars, die ganze Welt ist nur ein Mausklick entfernt und in weniger als 24 Stunden erreicht man das andere Ende der Erde. Dazu noch alles höher, schneller, weiter – grenzenlos. Und jetzt: ein kleines Virus hält uns alle in Schach. Kaum begreiflich, weil die unmittelbare Bedrohung nicht mit dem bloßen Auge sichtbar ist. SARS-CoV-2 hat in wenigen Wochen unsere Welt aus den Angeln gehoben.

Das Gute: obwohl die Landesgrenzen zum Großteil dicht gemacht worden sind, um die Ausbreitung einzudämmen, haben sich auf andere Art Grenzen geöffnet. Man hilft sich gegenseitig, vor allem in der direkten Nachbarschaft. Auch unkonventionell, kreativ – und vor allem schnell. In kürzester Zeit haben sich Gruppen und Plattformen gegründet, auf denen Hilfe angeboten und eben auch angenommen werden kann. Wir haben einige in der Großstadt Bodensee zusammengetragen. Die Liste am Ende des Beitrages wird laufend aktualisiert.

Bitte schicken Sie uns gerne weitere Informationen zum Thema Nachbarschaftshilfe auf info@akzent-magazin.com. Danke. Bleiben Sie gesund!

Auch Verlagshäuser fördern regionale Solidarität und Unterstützung des Einzelhandels. Schwäbisch Media, die Mediengruppe zu der auch der akzent-Verlag  gehört, hat ein Hilfe-Portal für die Region ins Leben gerufen. Auf www.schwaebische.de haben sich in nur wenigen Tagen mehrere hundert Menschen registriert. Nach dem Starterfolg wurde das Angebot inzwischen auf den regionalen Einzelhandel ausgeweitet, der unter anderem dort Sonderleistungen anbieten kann. Unter dem Motto „Schwäbische bringt zusammen“ ist ein interaktiver Marktplatz und ein Netzwerkportal für Bürger, Unternehmen und freiwillige Helfer entstanden. Für eine möglichst umfassende gegenseitige Unterstützung bietet Schwäbisch Media das selbst entwickelte Portal auch als Lösung für andere Verlage und Unternehmen an.

Unter #skverbindet,eine Aktion des Südkurier Medienhauses, sind mittlerweile ebenfalls zahlreiche Personen aufgelistet, die ihre Hilfe anbieten. Sie können direkt kontaktiert werden, etwa um Einkäufe zu erledigen, für die kurzzeitige Betreuung von Kindern oder Computer-Hilfe. www.skverbindet.de

Die Facebook-Gruppe Bodensee Corona Initiative wurde am 20.03. gegründet und hat schon zahlreiche Unterstützer. Geboten wird Unterstützung von Senioren und weiteren Risikogruppen während der aktuellen Corona-Pandemie z.B. beim Einkaufen oder für Botengänge.

In Konstanz haben sich vier Spieler des Handball-Zweitligisten HSG Konstanz ebenfalls spontan bereit erklärt zu helfen: Maximilian Wolf, Fabian Wiederstein, Paul Kaletsch und Jonas Löffler stecken momentan ihre sportliche Energie in Einkäufe, Kurierfahrten und auch Computer-Hilfe und wollen so ein positives Zeichen setzen, dass das Zwischenmenschliche gerade jetzt sehr wichtig ist.

Das Kapuziner Kreativzentrum in Ravensburg hat auf seiner Internetseite kapuziner.info/corona/ eine Helferliste sowie nützliche Links zusammengetragen. Die Gruppe #nachbarschaftshilferv möchte Menschen in Ravensburg und Umgebung zusammenbringen. Darüber hinaus bietet die Stadt Ravensburg die Plattform Corona-Hilfsangebote .

Die Allgäuer Familienbrauerei Meckatzer hat jetzt die Aktion #miteinanderstark gestartet, die das Miteinander in Zeiten von Corona in den Mittelpunkt stellen soll. Schnell und unbürokratisch sollen auf Facebook, Instagramm und einer WhatsApp-Gruppe unter diesem Hashtag Hilfsangebote mit Menschen zusammengebracht, die einen Bedarf haben. Um Infos und Fragen kümmert sich Brauereichef Markus Horn gerne sogar persönlich: markus.horn@meckatzer.de und +49 (0) 8381 504 130.

VORARLBERG

In Vorarlberg bietet unter anderem die Facebookgruppe #vorarlberghältzusammen eine Plattform für Hilfsbedürftige. Wer helfen möchte kann sich hier eintragen.

In Bregenz gibt es zudem jetzt helfende Hände für die helfenden Hände. Die ehrenamtlichen Initiativen „Breagaz hebt zäm“ und die von Bregenz Handball bekommen offizielle Unterstützung von der Stadt Bregenz. Diese ausgedehnte Nachbarschaftshilfe soll über die Grundversorgung, wie Einkäufe erledigen, hinausgehen und vor allem auch Menschen kranken Menschen helfen, die keine familäre Unterstützung in der Nähe haben. Das Team der Bregenzer Nachbarschaftshilfe ist professionell geschult und angewiesen, alle vorgeschriebenen Sicherheits- und Hygienevorgaben einzuhalten. Man verfüge über genügend Ressourcen, um eingehende Anfragen durch geschulte Mitarbeitende abzudecken. Die Anfragen werden in Abstimmung mit Bregenz Handball und „Breagaz hebt zäm“ von der Stadt koordiniert. Mo-Fr +43 (0)664 6141277, nachbarschaftshilfe@bregenz.at

THURGAU

Ein Kanton – eine Plattform!, heißt es im Thurgau. Am 19. März hatte der kantonale Führungsstab die Bevölkerung aufgefrufen, sich für freiwillige Einsätze zu melden. Bereits am ersten Tag hatten sich über 1.000 Personen gemeldet. Für die Koordination wurde eine elektronische Helferplattform aufgebaut. Die Staff-Cloud soll zahlreiche Institutionen im Kanton entlasten und Freiwillige mit Hilfesuchenden einfach per Mausklick zusammenbringen. Gemeinden können über die regionalen Führungsstäbe ebenfalls auf den Personalpool zugreifen.

In Kreuzlingen hat der Stadtrat im Begegnungszentrum Das Trösch mit „Kreuzlingen hilft“ eine zentrale Anlaufstelle für Personen, die Hilfe benötigen oder anbieten, geschaffen. Zudem können in finanziellen Notlagen Lebensmittelgutscheine bezogen werden. Die Abgabe erfolgt nach Prüfung der persönlichen Situation. Für Personen, die dringend ein persönliches Gespräch führen möchten, ist „Kreuzlingen hilft“ ebenfalls da. Das Café des Begegnungszentrums DAS TRÖSCH ist montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Telefonische Anfragen sind unter der Nummer +41 (0)71 677 65 50 ebenfalls möglich. Personen, die Lebensmittelgutscheine beziehen möchten, können sich montags bis freitags von 9 bis 11 und von 14 bis 17 Uhr telefonisch melden: +41 (0)71 677 65 51. „Kreuzlingen hilft“ ist auch per E-Mail erreichbar: kreuzlingen-hilft@kreuzlingen.ch.

Nachfolgend weitere engagierte Helfergruppen, die sich in kurzer Zeit gegründet haben, um Hilfesuchende mit Hilfeleistenden schnell und unkompliziert zu verbinden:

DEUTSCHLAND

ÖSTERREICH

Text: Tanja Horlacher