Für die rote Höri-Bülle ist die Halbinsel Höri im Bodensee berühmt. Aber das kleine Eiland, zwischen Radolfzell und dem schweizerischen Stein am Rhein, das seine Spitze so keck zwischen Untersee und Zeller See in Richtung Konstanz und der Gemüseinsel Reichenau streckt, hat weit mehr zu bieten als die geschmackvolle Knolle.

Rund 63 Quadratkilometer ist die Halbinsel Höri groß. Diese Tatsache, zusammen mit einem wunderschön ausgebauten Radwegenetz – fast immer am See entlang, ruft förmlich danach, die Ortschaften Moos, Gaienhofen und Öhningen und ihre Weiler mit dem Fahrrad zu erkunden und dabei die Halbinsel zu umrunden. Es geht durch eine vielfältige Landschaft, die zum großen Teil unter Natur- und Landschaftsschutz steht, vorbei an Obst- und Gemüsegärten, entlang der bunten Wälder des Schienerbergs, der in der Inselmitte thront und mit 708 Metern Höris höchste Erhebung kennzeichnet.

Mit dem E-Bike hoch hinaus

Für abwechslungsreiche Fahrradtrips bietet das Kultur- und Gästebüro zahlreiche Tourenvorschläge, wie die leichte „Rettich, Bülle und Salat – Genussradtour“, oder es geht höher hinaus bei der Höri-Schienerberg E-Bike-Tour. Die Distanzen liegen zwischen 16 Kilometern für einen „Höri Kurztripp“ und 74 Kilometern bei der Empfehlung „Bodenseerundweg um den Untersee“. Wer kein Fahrrad dabei hat – kein Problem – drei Verleihstellen gibt es auf der Höri, für Trekkingräder, E-Bikes, E-Mountainbikes und E-FAT Bikes, mit bester Beratung und Sicherheitscheck. Zum Aufladen der E-Bikes gibt es vier E-Bike-Tankstellen.

Zum Kotzen schön wandern

Die Höri will auch gern zu Fuß entdeckt werden. Schon die Namen der Wandertipps verraten Spaß, Spannung und herrliche Naturerlebnisse: Oder wer hat schon einmal unter dem Motto „Zum Kotzen schön – mit Otto Dix unterwegs am Schiener Berg“ eine Wanderung unternommen? Wahlweise geht es über den Detektiv-Trail „Mord auf der Schlosstreppe“ oder auf der Suche nach der Sage vom Ritter der Höri durch die schöne Landschaft. Natürlich werden auch geführte Touren angeboten.

Eine Knolle Trost

Eine davon ist der Höri-Bülle gewidmet, dieser roten Speisezwiebel, die einzigartig in Geschmack, Form und Farbe ist und ausschließlich auf der Höri angebaut wird. Die „Bülle-Tour“ startet am 8. Oktober um 10.15 Uhr beim Kultur- und Gästebüro in Gaienhofen. Während einer rund zehn Kilometer langen und etwa 3,5 Stunden dauernden Wanderung mit der Gästeführerin Sylvia Hartmann erfahren die Teilnehmer Interessantes über die Höri und die Bülle. Sie dürfen dabei – unter Einhaltung aller Pandemie-Regeln – Bülle-Produkte verkosten. Die Wanderung ist sicher ein „Quäntchen“ Trost für all jene, die gern das Bülle-Fest mitgefeiert hätten, das in diesem Jahr coronabedingt ausfallen muss. Auf die Höri-Bülle muss aber niemand verzichten. Viele Direktvermarkter an den Straßen, der Hörimarkt Böhler in Gaienhofen und auch S’ Lädele in Öhningen-Schienen bieten viele Produkte der Halbinsel Höri an, und so auch alles rund um die Bülle.

 www.gaienhofen.de, www.oehningen-tourismus.de

Virtuos brüskiert

Die einmalige Lage der Halbinsel zog Maler und Literaten auf der Suche nach Inspiration magisch an. Nachdem sich Hermann Hesse 1904 in Gaienhofen niedergelassen hatte, wurde die Höri aufgrund der Nähe zur Schweizer Grenze nach 1933 auch Zufluchtsort für viele verfolgte Künstler. Heute kann man den Spuren der Berühmtheiten in den Museen folgen. Die aktuelle Ausstellung im Hesse Museum in Gaienhofen, „Grenzgänge. Ilna Ewers-Wunderwald (1875–1957) als Illustratorin, Übersetzerin und Autorin“, stellt Ilna Ewers-Wunderwald als Frau der Literatur vor. Ilna Ewers-Wunderwald, 1875 als Caroline Elisabeth Wunderwald in Düsseldorf geboren, war eine unkonventionelle Persönlichkeit und eine virtuose Malerin und Zeichnerin. Als Autodidaktin entwickelte sie ihren eigenen detailverliebten bis skurrilen Bildkosmos. Der von ihr ins Deutsche übersetzte Roman „Mademoiselle Maupin“ von Théophile Gautier diente ihr gleichzeitig als Stilvorlage, sodass sie um 1900 rauchend, mit Kurzhaarschnitt und Herrenanzug das Bürgertum brüskierte. 1939 zog sie sich an den Bodensee zurück. Bis September 1941 lebte sie auf der Insel Reichenau, danach in Allensbach, wo sie 1957 verstarb. Das Hesse Museum möchte mit dieser Ausstellung zur Würdigung der erst vor Kurzem wiederentdeckten Künstlerin beitragen.

Ilna Ewrs-Wunderwald. Capri-um-1903-Heinrich-Heine-Institut-Düsseldorf

 Text: Susi Donner

Fotos: Kultur- und Gästebüro Gaienhofen, Tourist Information Öhningen, Sven Brömsel, Berlin, Heinrich-Heine-Institut-Düsseldorf, Susi Donner

Ausstellungen

01.–11.10., Kunstausstellung mit dem Kunst-Duo Remains in Öhnigen, Museum Fischerhaus Wangen | https://www.museum-fischerhaus.de/

bis 10.01., Di.-So. 10–17 Uhr | „Grenzgänge. Ilna Ewers-Wunderwald“ (1875–1957) als Illustratorin, Übersetzerin und Autorin“ im Hesse Museum Gaienhofen | www.hesse-museum-gaienhofen.de

bis 31.10., Di.-So. 11–18 Uhr| Otto Dix in Pose. Grafiken von Dix im Dialog mit ausgewählten Fotografien im Museum Haus Dix Hemmenhofen, www.museum-haus-dix.de

Veranstaltungen

01.10., 14.15 Uhr | Literarische Wanderung auf den Spuren von Hermann Hesse, Anmeldung unter +49 (0)7735 999 91 23

01.10., 18 Uhr, „Saugut“ | Schlachtschiff auf der Höri-Fähre MS Seestern mit Schlachtplatte an Bord ab Steg Gaienhofen, 18.10 Uhr ab Steckborn, Anmeldung unter +49 (0)7735 999 91 23

03.10., 14.30 Uhr | Öffentliche Führung im Hesse Museum Gaienhofen

07.10., 14 Uhr | „Die Höri entdecken“ – geführte Rundwanderung mit Wanderführerin über den Schienerberg, Treffpunkt: Kultur- und Gästebüro Gaienhofen, Anmeldung unter +49 (0)7735 999 91 23

08.10., 10.15 Uhr | Kult-TOUR am See – Rund um die Bülle, Treffpunkt Kultur- und Gästebüro Gaienhofen, Infos und Buchung: www.kult-tour-bodensee.net

11., 18. + 25.10., 15 Uhr | Öffentliche Führungen im Museum Haus Dix, in Gaienhofen-Hemmenhofen

11.10., 11.30 Uhr, Schlemmerfahrt mit Wilderer-Buffet an Bord der Höri-Fähre MS Seestern ab Steg Gaienhofen, 11.40 Uhr ab Steckborn, Anmeldung unter +49 (0)7735 999 91 23

14.10., 14 Uhr | Höri-Wanderung ab TI Öhningen, Anmeldung unter +49 (0)7735 81920

15.10., 14.15 Uhr | Literarische Wanderung auf den Spuren von Hermann Hesse, Anmeldung unter +49 (0)7735 999 91 23