Eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art schreibt der Ekkharthof gemeinsam mit den Architekten Lukas Imhof und Carlos Wilkening: Aus dem einfachen Auftrag, gemeinsam für das Um- und Neubauprojekt des Ekkharthofs im schweizerischen Lengwil Tisch und Stühle zu entwerfen, entstand nicht nur die Firma WIMM, sondern vor allem wurde der Grundpfeiler für viele weitere „hölzerne“ Ideen gelegt.

Oberhalb von Kreuzlingen liegt der Ekkharthof eingebettet in grüner Wald- und Wiesenlandschaft mit Sicht auf den Bodensee. Im Einklang mit der Natur bietet er über 200 Menschen mit Unterstützungs-bedarf Lebens- und Entfaltungsraum. „Hier erfolgt Seelenpflege durch ein ganzheitliches Menschenverständnis, integriert ins Leben, ins alltägliche Tun und Sein“, so Melanie Bigliardi, Leiterin Marketing und Verkauf im Ekkharthof. Die Geschichte dieser Einrichtung geht bis 1957 zurück; 1973 wurde dann schließlich der heutige Standort bezogen. Nach nun über 40 Jahren Betriebszeit mussten die Gebäude des Ekkharthof-Vereins den sich verändernden Bedürfnissen und neuen gesetzlichen Vorschriften angepasst und sukzessive erneuert werden. Ein Teil des Ekkharthofs sind die Werkstätten, in denen die Bewohner die Möglichkeit haben, sich ihren Fähigkeiten entsprechend zu entfalten. Das Angebot reicht von der Bäckerei und Einmachküche über Gärtnerei und Molkerei bis zu Schreinerei. Und genau dieser Neu- und Umbau war somit auch der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte.

Warum neue Möbel selbst produzieren?

Ein neues Gastronomiegebäude soll der Mittelpunkt des sozialen Lebens in der Seelenlandschaft des Thurgau werden. Die Idee der Architekten war, dass der für 200 Menschen geplante Speisesaal die Landschaft förmlich inszeniert: Eine Säulenhalle aus Eschenholz, rundum geöffnet, steht auf einem Betonsockel. Doch ein Speisesaal braucht auch Möbel, die dann eigens dafür entwickelt wurden. Jedoch: „Warum entwerfen wir einen neuen Stuhl und einen neuen Tisch, obwohl es doch schon genügend Tische und Stühle zu kaufen gibt?“, fragten sich die beiden Architekten zunächst selbst. Doch die Antwort lag auf der Hand: „Zum einen sollten die Möbel in den hauseigenen, betreuten Werkstätten des Ekkharthofs hergestellt werden können. Die hier arbeitenden Menschen können so zur Wertschöpfung des Betriebs beitragen und einen starken Bezug zum Produkt entwickeln. Zum anderen war es für die variable Nutzbarkeit des Raumes nötig, dass der Tisch klappbar, der Stuhl stapelbar ist. Unsere Vorstellung war es aber, dass die Möblierung eher wie in einer Beiz daherkommt: solide, hölzern, massiv. Kurz: Wir wollten einen Tisch, der aussieht wie ein Tisch, nicht wie ein Stapeltisch. Und einen Stuhl, bei dem die Stapelbarkeit nicht im Vordergrund des Entwurfs steht. Weil es solche Produkte am Markt kaum gab, haben wir uns drangemacht, sie zu entwerfen.“

Dass die Herstellung solch komplexer Möbel nicht einfach so in einer betreuten Werkstatt umzusetzen ist, war allen klar – jedoch kein Hindernis. Kurzerhand wurde, vor allem durch die intensive Arbeit von Florian Schöpf und seines gesamten Schreinerei-Teams im Ekkharthof, ein eigener Produktionsprozess für ihre Tische und Stühle entwickelt. Zunächst wird das Rohholz aus dem Aargau im Ekkharthof zu Platten verleimt. Daraus werden dann Sitzflächen und Lehnen in den Werkstätten des Vereins Zürcher Eingliederung CNC-gestützt hergestellt. Die Beine der Tische sowie die Schwalbenschwanzverbindungen kommen dazu aus dem CNC-Fräscenter der Heimstätte Wil. Die so extrem passgenauen Teile können dann letztlich problemlos im Ekkharthof zusammengebaut werden.

Das Erfolgsprojekt geht weiter

Die massiven Holzmöbel entsprechen nicht nur den Anforderungen an Kippsicherheit beim Stuhl durch die weit ausgestellten Beine oder dem Anspruch an Dauerhaftigkeit bei der täglichen Nutzung, sondern sie sind auch formschön. Dies bescherte Lukas Imhof und Carlos Wilkening eine große Nachfrage – auch von außerhalb des Ekkharthofs: „Kurzerhand haben wir uns entschlossen, diese Möbel auch öffentlich zum Verkauf anzubieten.“ Das war der Startschuss zu WIMM, der Wilkening Imhof GmbH. Dass alle Stühle und Tische dabei nach wie vor im Ekkharthof gefertigt werden, versteht sich von selbst.

Die Geschichte hört damit auch für den Ekkharthof nicht bei Tisch und Stuhl auf. Nein, denn der ganze Empfangsbereich mit öffentlicher Caféteria sowie dem hauseigenen Bioladen wird selbst geplant und gebaut. Dank der intensivierten Zusammenarbeit mit der örtlichen Schreinerei Balmer (www.balmer-moebel.ch) wird dieses Projekt „Empfang“ ein weiterer Meilenstein für die Erfolgsgeschichte sein.

Eröffnung des neuen öffentlichen Bereiches ist im März 2020. Wenn das mal keine gute Aussichten sind! 

Ekkharthof | Rütelistraße 2, CH-8574 Lengwil | +41 (0) 71 686 65 55 | www.ekkharthof.ch

WIMMöbel | Sihlfeldstrasse 10, CH-8003 Zürich | +41 (0) 43 817 21 26 | www.wimm.ch