Oder anders ausgedrückt: Was nützt alle Tradition, wenn man im Hier & Heute versagt….

Anlässlich unseres 30jährigen Jubiläums im November beschäftigen wir uns mit Jubiläen & Jubilaren, mit Jubel- und Abgesängen in der weiten Region. Wir sammeln dabei gerade Erfolgsgeschichten und Anekdoten, spinnen wieder verrückte Ideen fürs sicher wieder außergewöhnliche Jubiläums-Magazin im November. Ein Sammelstück muss es wieder werden. Vielleicht sogar ein Meisterstück?!

Apropos Handwerk: Den kleinen Eingangs-Merkspruch hat mir übrigens Reginbert Keller in den Block diktiert, Inhaber des Konstanzer Familien-Traditions-Unternehmens Reginbrot – ein Spitzenbio-Bäcker –, der das Unternehmen seinerseits aus Vaters Bäckerhänden übergeben bekommen hat und erfolgreich und nachhaltig als „die“ Biobäckerei in der weiten Region positioniert hat und nun gerade seinerseits in die nächsten Hände legt. „Altbacken“ geht anders…

Die Gefahr ist system-immanent: Wer Tradition hat, hat nicht automatisch auch Zukunft. Zumal sich viele Unternehmen gern im Glanz der Vergangenheit sonnen, aber den Schattenwurf auf der anderen Seite schlicht übersehen.

Die (Lebens-) Kunst ist, Tradition in die Perspektive hinein zu leben. Manchmal arbeitet die Zeit dabei zunächst gegen -, später wieder für einen. Traditionsbetriebe, die auf herkömmliche Weise Lebensmittel, Möbel, Kleidung oder andere spannende Produkte herstellen, sind so derzeit wieder voll angesagt. Wäre allerdings manch Inhaber in den 80ern brav seinem Unternehmensberater gefolgt, hätte der ihn sicherlich zu einem moderneren, aber leider austauschbarmainstreamigen Geschäftsmodell geführt – und letztlich in die Zwangsfusion, oder Insolvenz. Ähnlich wie in den 60er und 70ern, damals als rückwärtsgewandt verschriehene – heute geradezu prophetische Städteplaner und Architekten den Kahlschlag ganzer mittelalterlicher Stadtteile und Gebäude in der Region verhinderten.

Bei unserer Suche nach spannenden Jubiläums-Themen lernen wir derzeit also gleich mehrfach aus der Vergangenheit: Einmal aus der Geschichte, um selbst Geschichte(n) zu machen. Zum anderen aber auch unternehmerisch.

Wenn Sie vielleicht auch eine interessante Story, selbst ein Jubiläum oder auch nur nen schönen Merkspruch für unsere Jubiläums-Ausgabe im November hätten?! Nur her damit. Denn auch nach 30 Jahren lernen wir immer noch gerne „was Neues“, selbst wenn das „altmodisch“ ist…

Markus Hotz

Herausgeber

 

 

Schreiben: m.hotz@akzent-magazin.com

Lesen: Neuerdings sind für alle „Rückwärtsgewandten“ die gesammelten akzent-Intros unter www.akzent-magazin.com/category/intro zu finden.