D – Konstanz | Irmi Wettes Konstanzer Puppenbühne feiert mit „Pfoten weg!“, dem Figurentheaterprojekt zur Prävention von sexualisierter Gewalt, ihr 15-jähriges Jubiläum unter anderem mit Aktionstagen in Aulendorf und in Konstanz. Mit ihrem Stück hat die Pädagogin bundesweit bereits mehr als 56.000 Kinder sowie deren Eltern und Lehrer erreicht. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Bevor Irmi Wette 1998 die Konstanzer Puppenbühne gründete, war sie als Pädagogin im Sonderbereich tätig und dort, wie sie sagt, immer wieder auf die Problematik der sexualisierten Gewalt gestoßen. Als sie dann noch ihre über Jahre vom eigenen Vater missbrauchte Jugendfreundin durch deren Suizid verlor, habe sie beschlossen, „diesen Schmerz dadurch zu transformieren, indem ich so viel wie möglich für Kinder bewirke“.

Neben dem natur- und umweltpädagogischen Kinderprogramm „Der Staunbaum“ mit Sandra Gräfin Bernadotte als Schirmherrin und dem neuen Projekt zum Thema Gesundheitsförderung „Kasper und die Gesundheitsfee“ ist Irmi Wette vor allem mit „Pfoten weg!“ deutschlandweit unterwegs. Seit der Konzipierung vor 15 Jahren – mit dabei: die Konstanzer Polizeidirektion – hat sie das Theaterstück mithilfe von Psychologen und Pädagogen weiterentwickelt. Seit 2014 ist der Weiße Ring e.V. bundesweit Kooperationspartner. „Durch den starken Partner, die Unterstützung von Sponsoren, durch Spenden und Fördergelder können wir Aktionstage kostenfrei anbieten“, sagt Irmi Wette. Das vereinfache vieles, denn die Veranstaltungen sollen für alle zugänglich sein. Und, ganz wichtig: So können kostenfreie Nachbereitungsbroschüren für Eltern und Pädagogen zur Verfügung gestellt werden. Damit auch die Erwachsenen lernen, wie sie in dieser Hinsicht Kinder stärken können.

Am 4. März kommt Irmi Wette mit einem Aktionstag ab 15 Uhr in die Aulendorfer Stadthalle, am 18. März ab 15 Uhr in die Dingelsdorfer Thingolthalle. Nach der Aufführung von „Pfoten weg!“ können die Kinder an Basteltischen die Hauptfiguren des Stücks selbst basteln oder sich am Schminktisch in ein Kätzchen verwandeln lassen. Die Gesamtschirmherrschaft für das Projekt hat seit diesem Jahr der Jurist und Schauspieler Ingo Lenßen übernommen. Die Schirmherrschaft für den Aktionstag in Konstanz-Dingelsdorf liegt bei Ortsvorsteher Heiner Fuchs.

In all den Jahren habe sie in viele Abgründe geblickt, sagt Irmi Wette, denn zahlreiche Menschen mit Missbrauchserfahrung wenden sich direkt an sie. Da sei es sehr wichtig, mit diversen Anlaufstellen vernetzt zu sein, auf die man verweisen könne. Seit Jahren lässt sich Irmi Wette von einer Trauma-Therapeutin begleiten, „ein wertvoller, wichtiger Austausch“. Trotz der oftmals belastenden Erfahrungen ist die Pädagogin sicher, mit der Puppenbühne ihren Traumberuf gefunden zu haben. „Ich mache alles selbst“, sagt sie, „die Bühnenbilder, die Figuren. Und ich bekomme überall, wo ich auftrete, viel administrative Unterstützung.“

Als nächstes hat sie ein Großprojekt im Auge: Hänsel und Gretel. Engelbert Humperdinck, der die Oper geschrieben hat, ist Irmi Wettes Urgroßonkel, von ihrer Uroma Adelheid Wette stammt das Libretto. Mal sehen, was sich die Urenkelin einfallen lässt.

Pfoten weg!

Bei Katzens steht Besuch ins Haus, eine angenehme Abwechslung, sollte man meinen. Doch Onkel Burschi und Tante Herzi gehören zu denjenigen Zeitgenossen, denen man besser aus dem Weg gehen sollte. Die Katzenkinder Salome, Tom und Lotte jedenfalls fühlen sich gar nicht wohl bei dem Gedanken, wieder einmal krakenartige Umarmungen und feuchte Schlabberküsse aushalten zu müssen. Durch die Ratschläge ihrer Freunde Igel, Hase und Wildschwein – und nicht zuletzt mithilfe der wunderbaren Katzenfee – lernen sie jedoch, stark zu werden und sich zu wehren.

www.konstanzer-puppenbuehne.de

Spenden können eingezahlt werden beim Spendenkonto des Weißen Rings unter IBAN DE26 5507 0040 0034 3434 00, BIC DEUTDE5MXXX.

Verwendungszweck: „Prävention von sexualisierter Gewalt“ | www.weisser-ring.de/praevention/projekte/pfoten-weg