Im 13. Jahr fährt der Bodensee-Katamaran ein positives Ergebnis ein: Glück für die Betreiber – Pech für die Nörgler!

Nicht, dass der Kat nun plötzlich zur Cashcow würde wie etwa die Fährverbindung Konstanz-Meersburg, mit deren Einnahmen sich Konstanz bekanntlich Jahr für Jahr die städtischen Tempeldächer vergoldet. Aber allen Unkenrufen von anno dazumal: Es ist vollbracht.

Wir erinnern uns gerne, wie die philosophisch wichtige Verbindung, die zwei größten und bis dahin maximal getrennten Städte am See endlich verbinden sollte – doch die Wellen schlugen hoch an die Gestade des Nord- und Westufers und drohten das Projekt schon vor Kiellegung zum Kentern zu bringen.

Apropos Wellen: „Möglichst kein Wellenschlag“ war eine der Umweltschutzvorgaben damals, die Bau- und Unterhaltskosten gleich mal explodieren ließ. Und während selbst die riesigsten Fähren am See mit einem einzelnen Käpt‘n Tausende Menschen offensichtlich gefahrlos umherschippern dürfen, musste die Mini-Personenfähre „aus Sicherheitsgründen“ zwei Führer vorhalten. Kost ja auch nix. Dazu sollte der Kat mit Schleichfahrt im Trichter dahindümpeln, um mit Vollgas dann in der Reststrecke alles wieder aufzuholen. Erinnert an die Vollgas-Deppen mit Ampelstart im „Stop & Go“. Staatlich verordneter ökonomischer Irrsinn sozusagen. Heute darf er übrigens gleichmäßig „schnell“ fahren (wobei der noch viel schneller könnte, was seinem Namen „Schnellverbindung“ dann auch gerecht werden würde) und es genügt auch ein Kapitän plus Maschinist wie bei allen anderen Schiffen am See auch. Immerhin sicher sechs Millionen Fahrgästen ist das bis heute ziemlich schnurz.

Ein Grund für den Erfolg sind übrigens Kostensenkungen: auf Betreiberseite und beim Ticket. Kein Wunder spricht Friedrichshafens Admiral Brand von „einer kleinen Sensation für eine ganzjährige Schiffsverbindung“, und auch der Konstanzer Konteradmiral Burchardt resümiert, „dass entgegen jeglicher anfänglicher Widerstände die Verbindung richtig und wichtig“ sei.

Mit über 99 Prozent Verkehrssicherheit – will heißen: der fährt zu 99 Prozent immer! – ist er eine der besten ÖPNV-Verbindungen überhaupt (nicht nur am See). Selbst ein Linienbus schafft sowas nicht. Doch – overnewsed but underinformed, wie unsere derzeitige Gesellschaft nun mal ist – behaupten alle das Gegenteil: „Man liest ja so oft, dass er grad bei Sturm wieder nicht fährt.“ Richtig: Weil die Betreiber ihre potentiellen Kunden vorab informieren möchten – das nennt sich Dienstleistung. Also gibt’s eine News via Social Media, eine Online. Wenn aber der städtische Bus oder die Regionalbahn liegen bleiben, gibt’s selten News. Und die bleiben statistisch öfter stehen. Verkehr(te) Welt.

Markus Hotz, Herausgeber

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