D/A/CH – Bodenseeregion | na. Konstanz, Wil, Vorarlberg: Sie alle haben den Klimanotstand ausgerufen und damit ein Zeichen gesetzt. Welche konkreten Maßnahmen zieht diese Entscheidung mit sich und wie gehen andere Städte in der Bodenseeregion mit dem Thema Klimaschutz um?

Klimanotstand bedeutet, alle Kräfte aus Politik und Bevölkerung bündeln, um gemeinsam sofortige und entschlossene Anstrengungen zum Klimaschutz zu leisten. Anfang Mai hatte die Stadt Konstanz als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Der Ratsbeschluss umfasst mehrere Ziele, etwa die klimaneutrale Energieversorgung von Gebäuden und eine umweltfreundliche Verkehrsplanung. Auch das Konstanzer Seenachtsfest mit dem traditionellen Feuerwerk soll bereits in diesem Jahr klimafreundlicher gestaltet werden, ab 2020 wird es in der bisherigen Form nicht mehr durchgeführt. Auch in der Schweizer Stadt Wil wurde Mitte Mai der Klimanotstand ausgerufen, die bereits vorhandenen Maßnahmen der kommunalen Energiestrategie sollen dadurch beschleunigt werden. Demnach sollen bis 2050 die Treibhausgasemmissionen auf dem Stadtgebiet auf netto 0 gesenkt werden, außerdem soll die Gletscherinitiative unterstützt werden.

Anfang Juli verhängte auch Vorarlberg, als erstes österreichisches Bundesland, den Klimanotstand. Das Maßnahmenpaket enthält eine stärkere Reduzierung von Treibhausgasen, die Förderung erneuerbarer Energiequellen, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs, Initiativen zur Bewusstseinsschaffung und das Ziel, klimaneutral zu wirtschaften. In der Landeshauptstadt Bregenz arbeite man fachübergreifend an einer Strategie, wie man sich als Stadt an den Klimawandel anpassen könne. Eine „Heat Map“ soll unter anderem erstellt werden, die aufzeigt, wo sich Hitze in einer Stadt staut. Hier sollen daraufhin Maßnahmen ergriffen werden, um für mehr Abkühlung zu sorgen, entweder durch Schatten, Grünflächen oder Förderung von Winden.

Klima-Ziele ohne Ausrufung des Klimanotstands

Im Kanton Thurgau verzichtet man auf die Ausrufung, es soll aber unter anderem eine kantonale Koordinationsstelle Klimawandel aufgebaut werden, welche die Koordination und Umsetzung von Klimamaßnahmen sicherstellt. Die Stadt Lindau sieht ebenfalls keinen Bedarf, den Klimanotstand auszurufen. Laut Oberbürgermeister Gerhard Ecker setzt Lindau seit vielen Jahren auf eine aktive Klimapolitik, wie zum Beispiel durch das KliMo (Klimafreundliches Lindauer Mobilitätskonzept).

www.klimanotstand.com, www.konstanz.de/start/service/klimanotstand

https://www.konstanzer-klimakonferenz.de/massnahmen/