CH – St. Gallen | Frank und Patrik Riklin sind Konzeptkünstler. Als solche kümmern sie sich um Aufgaben, für die sich – wie sie sagen – „niemand so richtig zuständig fühlt“. Zum Beispiel um ein „Bignik“: Dieses stetig wachsende Riesenpicknicktuch wird jetzt wieder ausgelegt.

Die Ideen der Riklin-Zwillinge sind oft ziemlich schräg und wirken wie ein Überfall auf die Wirklichkeit. Dem ordentlichen Kunstbetrieb entziehen sich die Brüder weitgehend. Stattdessen arbeiten sie nach dem Credo: „Die beste Kunst ist diejenige, die man gar nicht als Kunst wahrnimmt und zu einem Teil der Gesellschaft wird. „Das Null-Stern-Hotel“ ist ein solches Kunstwerk und hat den beiden Schweizern zu internationalem Bekanntheitsgrad verholfen: Die Gäste des „Hotelzimmers ohne Wände und ohne Dach“ schlafen in einem Doppelbett unter freiem Himmel. Ein weiteres Beispiel für Riklinsche Kunst ist das „Quatschmobil“: Der Fahrgast fährt kostenlos, sobald er mit dem Chauffeur spricht.

Für das Projekt „Bignik“ wird die Region zwischen Säntis und Bodensee seit einigen Jahren zur Bühne: Mit Unterstützung vieler Freiwilliger werden weißliche und rötliche Tücher ausgelegt. Bis zum Jahr 2043 soll die Fläche auf 100 Fußballfeldern wachsen, was 252.144 Tüchern und der Einwohnerzahl der Region Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee entspricht.

Dies jedenfalls ist die Vision der Gebrüder Riklin, die 1973 in St. Gallen geboren und aufgewachsen sind und noch heute hier leben. Beide absolvierten eine Lehre als Hochbauzeichner und studierten dann an verschiedenen Instituten Kunst: Frank in Zürich, Patrik in Berlin und in Frankfurt am Main. Parallel dazu entwickelten sie ihr „Atelier für Sonderaufgaben“.

„Bignik“-Kinderdorf, CH-9043 Trogen | www.sonderaufgaben.ch, www.bignik.ch

Foto: Daniel Ammann