Beim Kunstmuseum Ravensburg ist bereits das Gebäude, das die rund 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche beherbergt, mehrfach ausgezeichnet: Für den Entwurf des weltweit ersten zertifizierten Museums in Passivhaus-Bauweise erhielt das Stuttgarter Architekturbüro LRO Lederer + Ragnarsdóttir + Oei u.a. den Deutschen Architekturpreis 2013. Getreu dem Motto „Erst kommt die Stadt, dann das Haus“ haben die Architekten das Kunstmuseum auf das historische Stadtensemble Ravensburg bezogen. So wurden etwa gebrauchte Ziegel als Material für die Fassade verwendet, was auf sinnliche Weise die darin eingeschriebene Geschichte evoziert.

Sammlung Selinka

„Focus: Expressionism. Sammlung Selinka“, Kunstmuseum Ravensburg 2020-21 | © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Wynrich Zlomke

Fundament des Kunstmuseums Ravensburg ist die Sammlung Selinka, die der ehemalige Werbeberater Peter Selinka (1924˗2006) zusammen mit seiner Frau innerhalb von vier Jahrzehnten zusammengetragen hat. Die Sammlung folgt im Profil dem roten Faden einer expressiv-gestischen Tradition durch das 20. Jahrhundert und umfasst rund 260 Arbeiten des deutschen Expressionismus sowie der Künstlergruppen CoBrA und SPUR. Sie ergänzt das jährliche Ausstellungsprogramm dreier wechselnder Ausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Spektrum reicht von Einzelpräsentationen zur klassischen Moderne über thematische Gruppenausstellungen bis hin zur Präsentation bekannter Positionen der Gegenwartskunst. Das Kunstmuseum Ravensburg erhielt von der internationalen Vereinigung der Kunstkritiker (AICA) die Auszeichnung „Museum des Jahres 2015“. 

Kunst erleben

Ein breitgefächertes Vermittlungsprogramm macht das Kunstmuseum für Interessierte aller Altersklassen wunderbar erlebbar. Neben thematischen Vorträgen, Führungen zu den Ausstellungen oder der Architektur bieten Gespräche mit Experten einen intensiven Einblick in die Ausstellungen. Zeichnungs-, Malerei- und Fotografie-Workshops ermöglichen einen praktischen Zugang, Formate wie „Kinderatelier zur Marktzeit“ oder „MINImal!“ stehen für ein spielerisches Kreativangebot. Außerdem können kostenfreie Führungen und Workshops für Kindergärten, Schüler- und Studentengruppen kontinuierlich durch die Unterstützung der Freunde des Kunstmuseums Ravensburg angeboten werden.

Ausblick

Max Ernst, Quelques fleurs, 1927, Öl auf Leinwand, 22,3 x 27,5 cm, Kunstmuseum Bonn, Leihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung

Das nächste Highlight, auf das man sich im Kunstmuseum Ravensburg freuen darf, ist die Ausstellung Max Ernst (20.11.2021–20.02.2022; Vernissage 19.11., 19 Uhr). Ernst gehört zu den großen Formverwandlern und geistigen Erneuerern in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Als früher Protagonist des Dadaismus, Pionier des Surrealismus und fortwährender Erfinder neuer künstlerischer Techniken schuf er ein einzigartiges Œuvre. Seine Bildwelten sind Schöpfungen einer grenzenlos scheinenden, dabei sehr präzisen Fantasie, die er durch die Erkundung experimenteller Techniken stimulierte. Parallel findet die Einzelausstellung der deutsch-französischen Künstlerin Caroline Achaintre statt.

20.11.21–20.02.22 | Ausstellung Max Ernst „Zwischenwelten“
19.11., 19 Uhr | Vernissage (mit Preisverleihung JUSTUS BIER PREIS 2020)

Kunstmuseum Ravensburg
Burgstraße 9
D-88212 Ravensburg

www.kunstmuseum-ravensburg.de

Ausgezeichnet!

Über eine besondere Auszeichnung dürfen sich die Kurator*innen Ute Stuffer (Direktorin des Kunstmuseums Ravensburg) und Axel Heil freuen: den JUSTUS BIER PREIS 2020, der sich Ausstellungsprojekten und Publikationen widmet, die durch eine originelle Themenstellung und eine fundierte fachliche Aufarbeitung beeindrucken. Ausgezeichnet werden sie für das Projekt und die Publikation „Mondjäger: Nathalie Djurberg & Hans Berg im Dialog mit Asger Jorn, Kunstmuseum Ravensburg, 19.10.2019 –16.02.2020“. Die Preisverleihung findet am 19. November im Rahmen der Ausstellungseröffnung statt.

Ute Stuffer und Axel Heil | Foto: Wynrich Zlomke

Beitragsbild: Außenansicht Kunstmuseum Ravensburg | Foto (c) Wynrich Zlomke