Lea, Jonas und Armin Göhring sind verwandt – doch ist auch ihre Kunst „art:verwandt“, so wie es die gemeinsame Ausstellung im Konstanzer Kunstverein nahelegt? Auf den ersten Blick erscheinen die skulpturalen, zeichnerischen und malerischen Arbeiten der Schwarzwälder Künstlerfamilie kaum einander zugehörig. Jonas Göhringer, der neben seinem Studium der Malerei und Grafik auch ein Biologiestudium abgeschlossen hat, setzt feinste Linien mit höchster zeichnerischer Präzision. Sorgfältig im schimmernden Graphit gezogen, vereinen sie sich zu Flächen vor dunklen Farbstreifen.

Für seine Schwester Lea Göhringer sind Linien ein malerisches Mittel, mit dem sie ihren Malgrund, grobe Jute, im ersten Zugang formt. Mal bestehen sie als Umrisse fort, mal werden sie zu farbigen, dicht gespachelten Flächen aufgefüllt, deren sackleinerne Farbigkeit kraftvoll in den Raum dringt. Holzbildhauer Armin Göhringer geht den umgekehrten Weg. Sein Material Holz ist von Beginn an Körper, der sich, im Ganzen bearbeitet, zu klotzigen Quader-Kompositionen, hochaufstrebenden Stand- und Wandskulpturen fügt, Gitter- und Stabstrukturen annimmt. Von der Linie zur Fläche zum Körper – und umgekehrt – folgt diese künstlerische Verwandtschaft keiner Abstammung in gerader Linie.

bis 14.07.
Kunstverein Konstanz
Wessenbergstraße 39
D-78462 Konstanz
www.kunstverein-konstanz.de

Fotos: Blick in die Ausstellung (c) Max-Otto Kraus