Der als Sohn eines Fischers auf der Insel Reichenau geborene Lichtdesigner Ingo Maurer ist am 22.10.19 im Alter von 87 Jahren gestorben. Weltweit sind seine Lichtobjekte und Installationen bekannt und wurden mit vielen Preisen prämiert. Von ihm geschaffene Objekte begegnen uns aber nicht nur in den großen Museen dieser Welt sondern auch im Alltag. Seine Lampen sind Bestseller und haben Einzug in unsere Wohnräume gehalten.

Nach einer Ausbildung zum Typographen studierte Maurer Grafikdesign in München. In der bayerischen Landeshauptstadt erleuchten seine Arbeiten sogar den Untergrund, denn Maurer entwarf tolle Beleuchtungskonzepte für Münchner U-Bahn-Stationen. Oberirdisch schwingt sein „Pendulum“ in der Rotunde der Münchner Pinakothek und zieht die Besucher gleich im Eingangsbereich in den Bann.

Bevor er seine Firma „Design M“ in München gründete, arbeitete der Künstler in New York und San Francisco. Seine Lichtobjekte und Installationen machten ihn international berühmt, schon mit seiner ersten Leuchte „Bulb“, ein Entwurf aus dem Jahr 1966 schaffte er den Durchbruch und wurde in die Design Collection des Museum of Modern Art in New York aufgenommen. Später folgten „Little Black Nothing“ und das Niedervolt-Seilsystem „YaYaHo“. Sogar das Wahrzeichen Brüssels, das Atomium wird von Maurers Leuchte „Friendly Intrusion from Outer Space“ illuminiert.

Die Arbeiten des gebürtigen Reichenauers wurden international gezeigt: in Paris im Centre Georges Pompidou, im Stedelijk Museum in Amsterdam, im Museum of Modern Art, in Barcelona, Tokyo, Osaka, London und São Paulo. Ingo Maurer bekam für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, so den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, den Industriedesignpreis Compasso d’Oro oder den dänischen Georg Jensen Prize. Der Künstler wurde sogar zum Royal Designer of Industry durch The Royal Society of Arts in London gekürt.

Wir verneigen uns vor der Lichtgestalt Ingo Maurer, sind dankbar für die wunderbaren Objekte, Installationen und Ideen, die er hinterlässt und schließen mit einem schönen Zitat aus unserem Beitrag (s.u.) anlässlich seines 85. Geburtstages: „Als Junge war ich sehr viel auf dem See, ich lag auf dem Rücken in einem Boot und schaute verträumt in den Himmel“. Diese Eindrücke und die Reflexion der Sonnenstrahlen auf dem See haben den Lichtkonzeptmeister mit Sicherheit nachhaltig beeinflusst.

Zur Nachlese einfach hier clicken + auf S. 36 des epapers blättern bis zum Artikel „Es wurde Licht“ aus dem akzent 2017.

Text: Stefanie Göttlich