D – Frickingen-Altheim | Es gibt viele hervorragende Gastronomen am See – und es gibt ein Nachwuchsproblem im Gastgewerbe. Wer jedoch aufgewachsen ist zwischen Küche und Rezeption, der findet den Weg leichter in einen Beruf, der gleichermaßen anstrengend wie beglückend sein kann. Roman Pfaff ist einer dieser „neuen Jungen“.

Im März hat der 30-Jährige den „Löwen“ in Altheim übernommen, in vierter Generation. „Ich bin im Betrieb groß geworden und sozusagen gastrogeprägt“, erklärt er. Daher sei es für ihn schon immer klar gewesen, dass er einmal im Gastgewerbe tätig sein wolle: „Man hat mit schönen Dingen zu tun. Mit Genuss, mit Menschen, die gut aufgelegt sind, weil sie feiern und gut essen wollen. Man macht die Leute glücklich.“ All das überwiege die bekannten Nachteile, befand er schon frühzeitig.

Nach dem Abitur absolvierte Roman Pfaff die Ausbildung zum Koch, im Adler in Asperg. Verband sie mit einer fachspezifischen Zusatzausbildung, ging anschließend für eine Saison nach Zermatt. Und beschloss dann, Wirtschaftswissenschaften zu studieren. „Es gibt einfach so viele Optionen für uns heutzutage“, sagt er lachend. Irgendwie habe er ja immer die Selbständigkeit im Löwen, zu Hause im beschaulichen Altheim, im Hinterkopf gehabt. Aber es seien ihm auch immer wieder Zweifel gekommen, ob er dahin zurück wolle. „Und meine Eltern haben mir stets freie Hand gelassen.“

Das Studium multiplizierte die beruflichen Möglichkeiten um ein Vielfaches, was die Entscheidungssituation für den jungen Mann nicht gerade vereinfachte. Aber das Löwen-Gen setzte sich durch, zusammen mit der Überlegung, dass man als Koch „überall hingehen kann. Man bekommt überall einen Job. Auch ein Wechsel ist viel einfacher als in anderen Berufen.“ Das bewahrheitete sich, als Roman Pfaff nach dem Studium in Amsterdam ein „sehr lehrreiches“ Jahr in verschiedenen Restaurants erlebte.

Die endgültige Entscheidung für Altheim und den Löwen beendete den Zustand der Multioptionalität. Auch viele seiner früheren Freunde seien zurückgekehrt, erzählt er und schmunzelt: „Am Bodensee wird es immer besser, je älter man wird.“ Mit ihm in der Löwen-Küche steht eine langjährige Kollegin. Zusammen pflegen sie den Stil, den Isolde Pfaff in mehr als 30 Jahren etabliert hat. „Es ist eine unkomplizierte, ehrliche Küche mit regionalem Anspruch. Es soll einfach lecker schmecken und Spaß machen. Wichtig sind uns gute Zutaten“, erklärt Roman Pfaff. Zwei, drei Klassiker der Mutter habe er auf der Karte belassen, ansonsten wechsle sie ständig. Das Angebot liest sich jedenfalls spannend: Vorspeisen wie „Räucherforellen-Küchle, Estragonjoghurt, Gurken-Zitronen-Radieschen-Salat“ und Hauptgerichte wie „Gezupfte Kräuter-Pasta hausgemacht, Spargel, Ziegenkäse, Rucola, geröstete Sonnenblumenkerne“ oder „Gebratenes Felchenfilet, Kräutermayonnaise, Spargel-Karotten-Kartoffel-Gemüse“ machen Lust auf einen Besuch im Löwen. Besonders jetzt, wenn man die Pfaff-Küche draußen unter Kastanienbäumen genießen kann.

Roman Pfaff, wie seine Mutter Mitglied bei den Linzgau-Köchen, ist zufrieden. „Wir haben genau das Feedback von unseren Gästen bekommen, das wir uns vorgestellt haben.“ In naher Zukunft würde er gerne zusammen mit anderen jungen Gastronomen der Region „etwas anschieben. Neue Ideen entwickeln, Kooperationen schaffen.“ Sinnvoll wär’s.

Löwen Altheim | Hauptstraße 41, D-88699 Frickingen-Altheim | +49 (0)7554 86 31 | www.loewen-altheim.de | Di–Sa ab 17.30 Uhr, So ab 11.30 Uhr (nur mittags), Mo Ruhetag