D – Friedrichshafen | Bezahlte Vergewaltigungen Minderjähriger sind ein weltweites Phänomen, Tendenz steigend. Dafür muss man auch gar nicht ins Sex-Discount-Paradies Kambodscha reisen. Die Friedrichshafener Fotografin Lena Reiner legt mit ihrer Kampagne „#Not For Sale“ den Finger in diese Wunde und plakatierte Porträts von Schülerinnen der St. Elisabeth Realschule in der Stadt.

Lena Reiner

„Loverboys“ zum Beispiel, häufig „ganz normale Jungs“ im Teenageralter, finden ihre Opfer auf Schulhöfen oder über soziale Netzwerke. „Ich bin immer noch fassungslos, wie wenig Aufschrei es rund um das Thema gibt“, sagt Reiner zu ihrer Motivation, die Öffentlichkeit wachzurütteln.

Am 18. Oktober startete sie ihre Kampagne in Friedrichshafen. Großformatige Plakate im öffentlichen Raum zeigten für 21 Tage Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren, auf deren Körpern „Not for Sale“ geschrieben steht. Die Porträtierten sind selbst keine Opfer, sondern Schülerinnen der St. Elisabeth Realschule, die sich Lena Reiner als Modell zur Verfügung stellten. Sie könnten aber Opfer sein. Denn Menschenhandel findet überall auf der Welt statt, und gerade in Deutschland haben es Zuhälter besonders leicht. „Deutschland gilt als ,Bordell Europas‘ mit allen bösen Nebenwirkungen“, betont die „Menschenfotografin“. Das läge an der laxen Gesetzgebung. „Ich hoffe auf eine Sensibilisierung des Umfelds, die es den Mädchen auch ermöglicht, sich ohne dumme Reaktionen mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu wagen.“ Nächste Station für die Open-Air-Aufklärungskampagne ist Hamburg.

Für die Finanzierung läuft aktuell ein Crowdfunding: www.startnext.de/not-for-sale. Zudem wird es im Januar einen Fototag mit Infoevent im Friedrichshafener Jugendzentrum Molke geben.

www.menschenfotografin.de