Josef Möth hat seine waghalsige Idee in die Tat umgesetzt: er hat, allen Hindernissen zum Trotz, zwei seiner Wein-Fässer 60m tief im Bodensee versenkt.

Mit dem Experiment will er herausfinden, wie sich Druck, Dunkelheit und Ruhe auf die Qualität des Weines auswirken. Der „Chardonnay“ soll im Herbst schon wieder geborgen und verköstigt werden, der rote „Brigantium“ darf noch bis nächstes Jahr reifen.

Am 15. Mai ist die Mission gelungen. Von Wasserrettung, mehreren Tauchern, Presse und Schaulustigen begleitet, wurden die 1000Liter Fässer vor Bregenz in 60m Tiefe versenkt und mit roten Bojen markiert. Insgesamt 5 Stunden haben 7 Taucher benötigt, bis alles sicher stand. Nun bleibt zu hoffen, dass die Fässer per GPS wieder gefunden und heil wieder geborgen werden können.

Josef Möth, der das „Projekt Tiefenrausch“ auch wegen der begeisterten Anteilnahme vieler Menschen als ein Projekt für die Region sah, freute sich am 15. Mai wie viele Menschen die Aktion verfolgt haben.

Fotos: Christian Schramm Photography & Josef Möth

Der Hintergrund:

Bei seinen häufigen Radtouren um den See, die er gerne mit Besuchen bei Winzerkollegen verbindet, kam Josef Möth die Idee zu dem Projekt.

Die Ursprungsidee, das Ganze an der tiefsten Stelle des Sees (250 Meter) zu versuchen, musste er wegen schwieriger technischer Voraussetzungen (u.a. dem hohen Wasserdruck) schnell ad acta legen.

Aber auch bei der jetzt anvisierten Tiefe von 60,3 Metern gab es noch genügend Hindernisse, die sich dem Bregenzer Winzer in den Weg stellten, angefangen bei der Beschaffenheit der Fässer bis hin zu dem Umstand, dass ein solches Unterfangen verboten ist. Eigentlich.

Denn Josef Möth bekam eine – absolut einmalige – Ausnahmegenehmigung, da man mit der Fässerversenkung einen technischen Versuch verbinden kann, der sowohl dem See als auch den Schiffseignern zugute kommen kann. Die Fässer werden zur Hälfte mit einer (umweltfreundlichen) Folie beklebt, die künftig (weniger umweltfreundliche) Schiffsanstriche ersetzen könnte. In 60 Metern Tiefe soll getestet werden, inwieweit das Material den aus dem Schwarzen Meer eingeschleppten Quagga-Muscheln standhält.

www.moeth.at