… genauer gesagt, der müde Kasperl und die Kartografie .

Das Kunstmuseum Lindau präsentiert den zeitgenössischen Künstler Stephan Huber: „Es gibt keinen Gegenstand in meinem Werk, der nicht irgendwie an meine Biografie geknüpft ist“, erklärt Stephan Huber seine Kunst.

Bis zum 2. Februar 2020 zeigt er im Kunstmuseum Lindau drei Werkgruppen, die in den letzten Jahren in das Zentrum seines künstlerischen Schaffens gerückt sind: weiße Bergskulpturen, neu zusammengesetzte Landkarten und Filme von Kasperltheatern, die grundlegende Fragen des Lebens beleuchten.

Heimat als Inspiration

Stephan Huber ist 1952 in Lindenberg im Landkreis Lindau geboren und lebt und arbeitet heute in München. Der Blick auf die Berge begleitete ihn durch seine Kindheit im Westallgäu. Die Allgäuer Landschaft, die prunkvollen katholischen Feste, wie zum Beispiel Fronleichnam und die Ideen der 68er-Jahre sind Hubers Inspirationen. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in München und war dort von 2004 bis 2017 Professor für Bildhauerei. Seine Werke zeigte er bereits auf der documenta 8 im Jahr 1987, auf der Biennale 1999 in Venedig und in zahlreichen renommierten Ausstellungshäusern.

Deutschlandpremiere

Im 2019 neu eröffneten Kunstmuseum am Inselbahnhof in Lindau ist der Kunstprofessor der erste zeitgenössische Künstler, der in den neuen Räumlichkeiten ausstellt. Dort sind drei zwei Meter große Bergskulpturen, „Antelao“, der Doppelblock „TreCime“ und „Watzmann“, gemeinsam mit einer Reihe kleinerer Berge zu sehen. Ebenso werden seine Werke der Kartografie gezeigt, die die Welt nicht abbilden, sondern interpretieren. Ausgestellt sind rund fünfzehn großformatige Karten, darunter auch eine neue Karte des Bodensees. Außerdem ist ein großer Globus zu sehen, der den mit den Augen des Künstlers gesehenen Zustand der Welt zeigt. Erstmalig in Deutschland präsentiert das Kunstmuseum Lindau Hubers neue runde Landkarten aus den Jahren 2018 und 2019.

Ein philosophischer Kasperl

Zudem werden drei Filme von Puppentheatern in Lindau vorgeführt: das Handpuppentheater „Kasperl ist krank“ sowie die zwei Marionettentheater „Leibniz’ Lust und Teufels Tod“ und „Love & Peace“. Mit diesen  verbindet Huber volkstümliches Marionettentheater mit philosophischen Fragestellungen. Begleitend zur Ausstellung werden an den Wochenenden öffentliche Führungen angeboten.

Tipp: Bis zum 15.12. ist am Lindauer Hafen immer Do-So 11-21 Uhr die Lindauer Hafenweihnacht, die als einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands gilt. Mit viel Kunsthandwerk, weihnachtlich geschmückten Buden und festlichem Programm ǀ www.lindauer-hafenweihnacht.de

23.11.-02.02.ǀ Stephan Huber – Der müde Kasperl und die Kartografie, Mi-So 11-17 Uhr, öffentliche Führungen: Sa + So, 14.30 Uhr, ǀ Kunstmuseum am Inselbahnhof, Maximilianstraße 52, D-88131 Lindau, +49 (0)8382 27 47 47 850 ǀ museum@lindau.de, www.kultur-lindau.de

Text: Susi Donner, Fotos Ausstellung: Stephan Huber, Fotos Hafenweihnacht: Susi Donner