Von Susi Donner

Einmal mehr holen die Kulturschaffenden Schätze nach Lindau, die sonst meist im Verborgenen schlummern. „Mythos Natur – von Monet bis Warhol“ lautet der Titel der Ausstellung, die vom 30. April bis 3. Oktober im Kunstmuseum Lindau zu sehen ist.

Die Lindauer Sonderausstellung ist auch in diesem Jahr eine einmalige Chance, außergewöhnliche Werke ganz großer Künstler zu sehen. Gleichzeitig ist die Werkschau eine Premiere, denn nach einer ganzen Reihe monografischer Sonderausstellungen zur Klassischen Moderne zeigt das Kunstmuseum Lindau erstmals eine thematisch geprägte Werkschau: „Mythos Natur – von Monet bis Warhol“ präsentiert rund 50 Originalwerke so populärer Künstler wie Monet, Manet, Renoir, Liebermann, Macke, Nolde, Münter, Picasso und Warhol. Dass die Werke so großer Künstler in einer Kleinstadt wie Lindau gezeigt werden, ist dabei eine Sensation. Der besondere Reiz der Ausstellung: Sie zeigt zum einen, wie unterschiedlich die Künstler die Natur sahen, und zum anderen ist die Präsentation eine Zeitreise vom Impressionismus des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne des 20. Jahrhunderts. 

Die Natur – unerschöpfliche Inspirationsquelle

„Anhand herausragender Künstlerpersönlichkeiten, die mit ihren Werken Kunstgeschichte geschrieben haben, können wesentliche Aspekte der Stilentwicklung eines Jahrhunderts nachvollzogen werden“, sagt Ausstellungsmacher und Gartengestalter Professor Dr. Roland Doschka. Gleichzeitig „werfen wir einen Blick in die privaten Gartenparadiese der Künstlerinnen und Künstler und hinterfragen ihre Suche nach dem verlorenen Paradies“, verspricht Dr. Sylvia Wölfle vom Lindauer Kunstmuseum. Denn Landschaften und Blumenstillleben sind seit jeher wichtige Bildthemen, private sowie öffentliche Gärten wurden zu unerschöpflichen Inspirationsquellen für Maler und Poeten und Sinnbilder der immerwährenden Suche nach einem Leben im Einklang mit der Natur. So rückte der Garten besonders seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Fokus der Künstler, um in der Freilichtmalerei neue bildnerische Möglichkeiten und Techniken zu erproben. Denn erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts konnten Ölfarben in Tuben hergestellt und somit ins Freie mitgenommen werden. Dank dieser Innovation hatten die Maler die Möglichkeit, „en pleinair“, also an der frischen Luft zu malen. Claude Monet ist der Künstler, dessen Werk zum Inbegriff des Themas Gärten in der Kunst wurde. „Vielleicht verdanke ich es den Blumen, dass ich Maler geworden bin“, resümierte er mit Blick auf seinen berühmten Garten in Giverny. In Lindau sind drei wunderbare Ölgemälde des großen Impressionisten zu sehen. 

Eine Kraftquelle für alle

Die Ausstellungsmacher wünschen sich, dass das Museum in schwierigen Zeiten auch eine Art Rückzugsort werden kann. Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn: „Am Ende dieser zweijährigen Coronaphase hatten wir eigentlich gehofft, eine Vernissage und eine Kunstausstellung zu feiern, die von etwas Normalität im Sommer geprägt sein würde. Nun, inmitten der schrecklichen Bilder durch den Krieg in Europa ist es für uns nicht leicht, dies zu realisieren. Aber wir sind der Überzeugung, dass es gerade jetzt wichtig ist, den Menschen eine Kraftquelle in Form von Kunst an die Hand zu geben. Die Natur ist und war für uns Menschen immer Ursprung der Inspiration, der Kraft und Energie, das hat Künstlerinnen und Künstler aller Jahrhunderte inspiriert, diese wunderbaren Kunstwerke zu erschaffen. Gerade deswegen ist es wichtig, dass wir sie in diesem Jahr im Kunstmuseum Lindau präsentieren!“

„Mythos Natur – Von Monet bis Warhol“
30.05.–03.10. , tägl. 10–18 Uhr

Kunstmuseum Lindau
Maximilianstraße 52
D-88131 Lindau
museum@lindau.de

Katalog an der Museumskasse oder im Kulturamt Lindau

kultur@lindau.de, www.kultur-lindau.de
Zeitfensterreservierung: www.reservierung.kultur-lindau.de

Bildnachweis: Claude Monet, La maison à travers les roses, um 1925-26, Öl auf Leinwand, Courtesy Galerie von Vertes, Zürich