In der Nacht zu Sonntag sind bei einer Schießerei in der Konstanzer Diskothek „Grey“ 2 Menschen ums Leben gekommen, 3 wurden schwer und 7 weitere Personen wurden leicht verletzt. Bei den tödlichen Opfern handelt es sich um den Täter selbst, der später bei einem Schusswechsel mit der Polizei lebensgefährlich verletzt wurde und im Krankenhaus verstarb und um einen der Türsteher des Clubs. Dieser hatte versucht auf den Täter einzureden und sich schützend vor ein Opfer gestellt und wurde dabei getötet.

Wie jetzt bekannt wurde handelt es sich bei dem Täter um einen der Polizei bekannten 34 Jährigen, kurdisch stämmigen Konstanzer, der bereits seit 1991 in Deutschland und seit 2001 in Konstanz mit Familie und Kind lebt. Als Einziger in der Familie, die bereits seit einer Generation in Deutschland lebt, soll er immer durch kriminelles Verhalten auffällig gewesen sein. Er war der Polizei wegen Drogen und Gewalt bekannt und aus seinem Umfeld weiß man, dass er schon immer eine Affinität zu Waffen besessen haben soll.

Nach unserem derzeitigen Recherchestand besteht mittlerweile kein Verdacht mehr, dass die Tat einen islamistischen oder terroristischen Hintergrund hat, vielmehr handelt es sich um eine Familientragödie, da der Angreifer mit einem Mitarbeiter der Diskothek verschwägert war und ihn gezielt erschießen wollte. Die Polizei geht also von eienr persönlichen Auseinandersetzung aus, die „auf unsagbare Weise eskaliert ist“.

Laut Augenzeugen verschaffte sich der Einzeltäter mit einer Maschinenpistole Zugang zum Club, nachdem er früher am Abend schon dort war und in eine Auseinandersetzung mit dem Schwager und dem später getöteten Türsteher geriet. Daraufhin fuhr er nach Hause, holte die Waffe und kehrte zum Club zurück. Dort stellte sich der Türsteher schützend vor einen Mitarbeiter, den der Täter anvisiert hatte und versuchte ihn zu beruhigen.  Dabei wurde er tödlich verletzt. Erst letzte Woche hatte er die Stelle im Club angetreten, es war erst zweiter Arbeitstag.

Auch zwei weitere Sicherheitsmitarbeiter wurden angeschossen und erlitten Verletzungen in Bein, Brust und Kopf. Der Täter hatte es offenbar gezielt auf die Türsteher abgesehen. In der vergangenen Woche war er ebenfalls aus dem Club geworfen worden und soll Rache geschworen haben. Auch ein Polizist erlitt beim späteren Schusswechsel mit dem Täter eine Verletzung. Der spezielle Stahlhelm der Einsatzkräfte verhinderte einen Kopfschuss.

Laut der Polizei gingen gegen 4:30 Uhr die ersten Notrufe ein, dann waren Polizisten und ein Hubschrauber im Einsatz. Die Gäste sollen den Club panisch verlassen haben oder haben sich versteckt. Die Polizei sperrte das Gebäude aus Sicherheitsgründen ab, wodurch einige der Gäste zunächst drinnen ausharren mussten.

Auf Facebook melden sich erste Augenzeugen und berichten von der Tatnacht. Auch eine Mitarbeiterin des akzent Verlags war in dieser Nacht im Grey anwesend, hat den Club aber kurz vor der Tat verlassen und befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Parkplatz vor dem Burger King. Sie hörten die Schüsse aus der Ferne, woraufhin die Leute panisch umher rannten und im Burger King Zuflucht suchten.

Von Seiten des Clubs gibt es bislang kein ausführliches Statement. Allerdings haben Sie auf Facebook ihr Mitgefühl an die Betroffenen ausgesprochen und am Sonntag Morgen das Titelbild durch ein schwarzes Bild ersetzt.

Sowohl der Täter, als auch das Opfer waren in einem normalen Angestelltenverhältnis und auch wenn beide einen Migrationshintergrund haben, stellt sich hier nicht die Frage der Flüchtlingproblematik oder Terror.

Unser Mitgefühl gilt den Opfern und deren Familien. Auch der Familie und dem Kind des Täters.

Für Sonntag Abend 17 Uhr hat die Polizei der Stadt Konstanz und die Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz angekündigt. Wir werden weiter darüber berichten.

*** UPDATE ***

In der Pressekonferenz wurde bekannt gegeben, dass es sich bei der Tatwaffe um ein M16 Schnellfeuergewehr handelt. Andreas Stegner vom LKA Baden-Württemberg bezeichnete das Gewehr als „absolute Kriegswaffe“, da sie bis zu 800 Schüsse pro Minute abgeben kann. Am Tatort wurden viele Hülsen und Magazine gefunden, der Täter wusste also damit umzugehen. Dass nicht noch mehr Menschen zu Schaden kamen ist den Einsatzkräften zu verdanken, die bereits 3 Minuten nach dem ersten Notruf vor Ort waren.

Statement von akzent Herausgeber Markus Hotz:

Nein, wir sind kein News Portal. Unsere Funktion ist eine andere. Allerdings haben wir uns in 30 Jahren ein Vertrauen als seriöses Medium in der Region erarbeitet. Man glaubt uns. Und wir verfügen zweifelsfrei über eine Standortkompetenz in Konstanz. Man informiert uns darum auch, weil wir nie reißerische News verbreiten und Schlagzeile machen (sorry Kollegen).
Wenn man als Medium zurecht dem Grundsatz folgt, Sorgfalt vor Schnelligkeit und darum Informationssicherheit vor Schlagzeile, überlässt man in der nötigen Recherche-Zeit allerdings den Schreihälsen die Deutungshoheit vor allem in den (a)sozialen Medien. Und um dem Ausländerfeindlichen und Islambashing in diesem Fall etwas Sachlichkeit entgegenzusetzen, setzten wir heute Akzente!

Markus Hotz
Herausgeber