Ein flammender Appell an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft, die durch die Corona-Krise an den Abgrund gedrängt wurde. In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni wurden bundesweit in mehr als eintausendfünfhundert Städten über neuntausend Eventlocations, Spielstätten, Gebäude, Bauwerke sowie Denkmale mit rotem Licht illuminiert: viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangierten. Auch rund um den Bodensee beteiligen sich Unternehmen und Verbände. So weitete sich die zunächst deutschlandweit geplante Aktion bis in die Nachbarländer aus.

So wurden beispielsweise in Konstanz von der J&C Veranstaltungstechnik zusammen mit der Firma a2r:media verschiedene Veranstaltungsgebäude in rotes Licht getaucht. Veranstaltungstechniker hatten auch in anderen Städten unserer Region in dieser Nacht zu tun und setzen rote Akzente. Vor allem am deutschen und am schweizerischen Bodenseeufer gab es viel rotes Licht zu sehen. Einzelne Lichtpunkte waren auch in Vorarlberg vertreten, so das Montforthaus Feldkirch.

In mahnendem rotem Licht erleuchtet waren:

Deutschland:

  • Konstanz: Bodenseeforum, Konzil, Sitz der Südwestdeutschen Philharmonie am Fischmarkt, Kulturladen Kula, Kulturzentrum K9 , Imperia
  • Insel Mainau: Palmenhaus
  • Insel Reichenau: Figur des Heiligen Pirmin
  • Singen: Kulturzentrum GEMS e.V. , Stadthalle, das TOP10
  • Radolfzell: Seemaxx Outlet Center, Kletterwerk
  • Friedrichshafen: Graf Zeppelin Haus, Messe Friedichshafen, Kulturhaus Caserne
  • Lindau: Inselhalle
  • Markdorf: katholische Pfarrkirche St.Nikolaus
  • Bad Wurzach: Kurhaus
  • Bald Waldsee: Rathaus
  • Oberteuringen: Kulturhaus Mühle
  • Tuttlingen: Stadthalle
  • Volkertshausen: Kulturzentrum „Alte Kirche“
  • Meckenbeuren: Kulturschuppen

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Schweiz:

  • St.Gallen: Konzert und Theater, Kunstmuseum, Olma Messen, Kybunpark
  • Rorschach: Kornhaus
  • Steckborn: Phoenix Theater
  • Frauenfeld: Theaterwerkstatt GLeis 5 FRauenfeld
  • Schaffhausen: Kammgarn, Stadttheater
  • Lipperswil: Conny Land Freizeitpark
  • Romanshorn: Seepark

Link zum Video mit Fotos: www.facebook.com/akzentmagazin/videos/555384012031717/

Die Auflagen, die verhindern sollen, dass sich das Virus COVID-19 ausbreitet, haben einem riesigen Wirtschaftszweig die Arbeitsgrundlage entzogen, denn Veranstaltungen für größere Personengruppen sind nicht möglich. Damit droht eine Pleitewelle enormen Ausmaßes mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt. Die Aktion Night of Light vereint Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um in einer konzertierten Aktion ein imposantes Zeichen für eine vom Aussterben bedrohte Branche zu setzen. Sie soll auch ein Einstieg in einen Branchendialog sein, um gemeinsam mit der Politik Lösungen sowie verantwortungsvolle und nachhaltigen Wege aus der Krise zu finden.

Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Millionen Besucher an und können bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden. Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestehen im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben werden.

Rien ne va plus – nichts geht mehr!

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!“ so die düstere Prognose von Tom Koperek, Initiator von Night of Light und Vorstand der LK-AG Essen. Seiner Ansicht nach, steht die Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen: „Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“. Das treffe nicht nur die Veranstalter, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert. Die heterogenen Branche vereint über 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen und verfügt deshalb über keine einheitliche Lobby.

Umso wichtiger sei es, gemeinsam für eine stärkere Wahrnehmung durch die Politik und Öffentlichkeit zu sorgen. Dies ist auch das Ziel der „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, die schon am 06.März durch die Initiatorin Sandra Beckmann ins Leben gerufen wurde und mit Night of Light kooperiert. Einem Aufruf zur Teilnahme an der Aktion Night of Light sind über 7000 Unternehmen aus verschiedensten Bereichen der Veranstaltungswirtschaft gefolgt. (sg)

22.06. ab 22.00 Uhr bis 23.06. um 01.00 Uhr |Night of Light| www.night-of-light.de | dabei@night-of-light.de

#setupnightoflight2020

Die für diese Aktion gemeinsam verwendete Farbe Rot soll laut Veranstalter folgendes ausdrücken:
• Die Veranstaltungswirtschaft befindet sich auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen
Alarmstufe Rot – ein Milliardenmarkt und hunderttausende Arbeitsplätze sind in Gefahr!
• Wir sind eine Gemeinschaft und haben das gemeinsame Ziel eines Branchendialogs mit der Politik
• Wir richten einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit
• Die Farbe Rot steht für die Leidenschaft für unseren Beruf / unsere Profession – Wir brennen für das, was wir tun!

Fotos:LK-AG Essen, Initiatoren Night of Light, verschiedene Beteiligte der Veranstaltungsbranche: Locations und Technik-Dienstleister rund um den See u.a. J&C Veranstaltungstechnik. Dankeschön an alle!