Rund 130 Kulturorchester gibt es in Deutschland – also Orchester, die regelmäßig mit festangestellten Musikerinnen und Musikern Konzerte absolvieren. Das bedeutet: Fast ein Viertel aller weltweit agierenden professionellen Symphonie- und Theaterorchester finden sich in der Bundesrepublik! Einzigartig – und ein Eintrag im UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes wert. Eines dieser Orchester ist die Südwestdeutsche Philharmonie mit Sitz in Konstanz, gleichzeitig das einzige am Bodensee und damit einer der wichtigsten Kulturträger im deutschen Südwesten.

22 Nationen – eine Sprache

Würden sich die über 60 Orchestermitglieder zu Probenbeginn in ihrer Muttersprache begrüßen, tönte „Guten Tag“ in 22 verschiedenen Sprachen. Fließend beherrschen sie alle die einende Sprache der Musik, handelt es sich doch um hochqualifizierte und an renommierten Hochschulen ausgebildete Spezialisten und Meister ihres jeweiligen Instrumentes.

Die Südwestdeutsche Philharmonie ist in Konstanz zu Hause, mit über zwei Dritteln des jährlichen Konzertangebotes in der Region verankert, aber auch mit den Bühnen der Welt vertraut. Seit über dreißig Jahren spielt das Orchester regelmäßig in der Tonhalle Zürich, im weltberühmten Konzertsaal KKL in Luzern oder in der Sala Verdi in Mailand. Tourneen führten die Philharmonie beispielsweise schon nach Athen, Toledo, China und Japan.

Über alle Grenzen hinweg

Die unmittelbare Nähe zur Schweiz macht den Grenzübertritt für die Menschen in der Region zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit. Internationale Gäste wie unter anderen Gidon Kremer, Tabea Zimmermann und Rolando Villazón gehören zur Liste der berühmten Solisten, mit denen das Konstanzer Orchester schon musizierte; aber auch Musiker aus anderen Genres wie Peter Fox oder Max Herre gehören zu diesem Kreis. Wirklich „grenzüberschreitend“ sind dann auch Konzerte in der Therme am Beckenrand, im Uniwald zusammen mit den DJs von Moonbootica, bei den Handballern in der Schänzlehalle oder gar in einem Zeppelin. Bei all dem geht es jedoch am Ende um etwas, das sich nicht so einfach in Worte fassen lässt: Es ist das Lebendige der live erlebten Musik, das ohne jeden Filter berühren kann. Und so versucht das Orchester auch in Konstanz mit vielfältiger Musik zu verbinden und mit seiner ansteckenden Art und Weise einfach Freude zu stiften.

Deutscher Vizemeister

Die „Philharmonischen Konzerte“ im ehrwürdigen Konzil stellen mit bedeutender Konzertliteratur von Barock bis zur Moderne sowie international bekannten Solisten und Gastdirigenten das Herzstück der Orchesterarbeit dar. Die Konzertreihen – natürlich im Abonnement buchbar – erfreuen sich eines außergewöhnlich großen Zuspruchs, wie kürzlich eine Studie belegte: im Schnitt der Abonnenten pro Einwohner einer Stadt sind die Konstanzer Philharmoniker deutscher Vizemeister.

Natürlich wird auch die Saison 2017/18 einige bekannte Solisten und Instrumentalisten aufbieten: So etwa den Pianisten Martin Stadtfeldt (Bild 2) – ausgezeichnet mit einem „ECHO“ – mit „Zweifel“ im Oktober oder auch den Blockflötisten Maurice Steger (Bild 3), der in „Gedanken“ Barockmusik von Händel, Montanari, Brescianello, Sammartini und Mozart spielt und gleichzeitig das Orchester leitet. Klassikfans können sich außerdem auf die Violinistin Isabelle van Keulen (Bild 1) und Nils Mönkemeyer (Bild 4) an der Viola freuen.

Für Groß und Klein

Weitere zielgruppenspezifische Angebote ergänzen das Spektrum. Für Kinder, Familien und Schüler gibt es ein breitgefächertes Programm für Musikvermittlung; die Konzerte des kleinen „eduART“ stehen hierbei für Lernen, Spaß und Freude an der Musik und sind so konzipiert, dass Jung und Alt auf ihre Kosten kommen. Auch die zahlreichen Kammerkonzerte mit Ensembles aus Mitgliedern der Südwestdeutschen Philharmonie bieten eine interessante Ergänzung zum Orchesterprogramm, wie auch Kooperationen mit den beiden Hochschulen der Stadt.

Zu erwähnen bleiben noch die Sonderkonzerte. Aktuell bietet sich den Interessierten beispielsweise die Möglichkeit eines jährlichen dreitägigen Mozart-Festivals im Steigenberger Inselhotel im Winter oder eine neue Konzertreihe im Konstanzer Münster mit der monumentalen Symphonik von Anton Bruckner im Sommer. Die schönste Open-Air-Bühne am Bodensee – die Insel Mainau – bespielt das Orchester ebenso alljährlich wie auch den Stadtgarten, hier mit dem Gratiskonzert „Klassik am See“ zum jährlichen Saisonabschluss.

Konzert-Abonnements

Damit auch niemand mehr ein Konzert verpassen muss, bietet die Südwestdeutsche Philharmonie sieben verschiedene Abonnements – alle mit unterschiedlichen zeitlichen oder inhaltlichen Schwerpunkten (sogar eines speziell für Radolfzell). So kann sich jeder nach seinem Gusto an klassischer Musik erfreuen. Alle Informationen über die Abos bietet die Internetseite der Philharmonie.

Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
+49 (0)7531 900 816 (09-12.30 Uhr)
www.philharmonie-konstanz.de