Von Susi Donner (Text + Foto)

Lindau hat an und für sich schon etwas Paradiesisches. Nun bekommt die Stadt ihre erste Biennale mit dem Titel „In situ Paradise“. Das Lindauer Kulturamt organisiert von Mai bis September ein Festival für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum und orientiert sich dabei an einem großen Vorbild.

Auf der Insel Venedig versammelt sich alle zwei Jahre die Kunstwelt. Das gefällt Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn. So ein regelmäßiges Kulturhappening möchte er auf der Insel Lindau etablieren, wenn auch kleiner. Unter dem Motto „In Situ Paradise“ soll heuer zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum die Einheimischen und ihre Gäste nachhaltig inspirieren, um dem Thema „Paradies“ auf die Spur zu kommen. Künstlerische Leiterin ist Sophie-Charlotte Bombeck. Für die erste Ausgabe der Biennale lädt sie mehr als 20 junge Künstlerinnen und Künstler nach Lindau ein, um sich mit den irdischen Vorstellungen vom „Paradies“ auseinanderzusetzen. Das Festival präsentiert Kunstwerke im öffentlichen Raum und nutzt den Katalog sowie eine eigens für die Biennale konzipierte App als Ausstellungsraum. Darüber hinaus gibt die Biennale den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, ein vielfältiges Rahmenprogramm mit verschiedenen Veranstaltungsformaten von Performances über Lesungen bis hin zu Konzerten zu erleben und sich davon inspirieren zu lassen. Sie sind eingeladen, ihr eigenes Paradies zu suchen, gemeinsam Orte zu entdecken und mitzugestalten.

Mit Kunst die Welt verändern

Gleichzeitig stößt die Biennale soziale und politische Fragen an. Sophie-Charlotte Bombeck: „Kunst ist einer der wichtigsten Orte, an denen sich die Gesellschaft widerspiegelt. Ich glaube, dass Kunst die Sicht auf die Welt verändert und Impulse geben kann.“ Ab Mai werden die Kunstwerke teils partizipativ aufgebaut – das heißt, man kann die Künstlerinnen und Künstler in Lindau vor Ort treffen und an der Entstehung der Werke teilhaben. Seit Jahren hat sich Lindau als Kulturstandort einen Namen gemacht. Die alljährlichen Sonderausstellungen zur klassischen Moderne haben seit 2011 mehr als 700.000 Besucherinnen und Besucher begeistert. Nicht zuletzt darum wurde die Arbeit des Kulturamtes im vergangenen Jahr mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet.

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler:
Anselma Murswiek, Association for the Palliative Turn, Bernd Josef Bartolome, Camill
von Egloffstein, Dana Greiner, Esther Zahel, Felix Rodewaldt & Thilan Stiller, Jaemin
Lee, Julia Klemm, Karolin Schwab, Lea Grebe, Magdalena Waller, Manuel Strauß, Maria
Anwander, Martin Pfeifle, Olav Westphalen, Olga Golos, Patrick Ostrowsky, Peter Zahel,
Pfeifer & Kreutzer, Schirin Kretschmann, Tim Deussen, Toshihiko Mitsuya

Festival für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum: Mai–September

www.biennale-lindau.de
Instagram: biennale_lindau

Bildnachweis: Künstler Jaemin Lee hat über 30 Vogelhäuser für die Biennale erschaffen.