Die Namen Henry Dunant und Alfred Nobel werden mit dem Bemühen um eine friedlichere Welt in Verbindung gebracht. Während Letzteren jeder kennt, ist der lange Zeit in Heiden lebende Henry Dunant für viele ein Unbekannter. Wie bemühten sich beide um Frieden in der Welt?

Ganz klarer Fall beim schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel: Er ist Stifter und Namensgeber des Friedensnobelpreises, der jedes Jahr in Oslo verliehen wird. Der gewichtige Preis wird von einem vom norwegischen Parlament bestimmten fünfköpfigen Komitee vergeben – und zwar an Personen, die „am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ haben (Zitat Alfred Nobel).

Henry Dunant

Und damit zu Henry Dunant (1828–1910): Ihm wurde im Jahr 1901 die Ehre zuteil, erster Preisträger des Friedensnobelpreises zu sein. Als der Schweizer Geschäftsmann und Humanist während einer Geschäftsreise in Norditalien das Leid und Elend verwundeter Soldaten nach der Schlacht von Solferino miterlebte, schrieb er aus tiefer Betroffenheit das Buch „Un souvenir de Solferino“. Das Werk wurde in ganz Europa verteilt und erzeugte weltweit Aufsehen – in Folge kam es in Genf zur Gründung des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, das seit 1876 den Namen Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trägt. Auch die 1864 beschlossene Genfer Konvention geht wesentlich auf Vorschläge aus Dunants Buch zurück. Henry Dunant, der danach aufgrund geschäftlicher Probleme und seines darauf folgenden Ausschlusses aus der Genfer Gesellschaft rund drei Jahrzehnte lang in Armut und Vergessenheit lebte, gilt damit als Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Er lebte über 20 Jahre in Heiden, wo zu seinen Ehren heute ein Museum steht. (bz)

Die Kabinettausstellung «Der Preis für den Frieden» des Henry-Dunant-Museums reflektiert den Friedensnobelpreis sowie seine Vergabekriterien und porträtiert die beiden Persönlichkeiten Alfred Nobel und Henry Dunant. 33 ausgewählte Biografien zeigen, warum man den Preis erhält.

bis 27.06.
Henry-Dunant-Museum
CH–9410 Heiden
www.dunant-museum.ch

Beitragsbild: Henry Dunant, Foto: Otto Rietman, St.Gallen