Pommes frites isst der Verbraucher vorzugsweise im Restaurant – in Begleitung von  Schnitzel, Steak oder Burger. Oder auf irgendwelchen öffentlichen (Grill-) Festen. All das war Fehlanzeige in den vergangenen Monaten. In der Schweiz herrscht darum eine Art Pommes-Stau.

Alljährlich werden in der Schweiz um die 160.000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet. Zu Chips etwa, oder Rösti, vor allem aber zu Pommes frites. Während des Lockdowns landeten jedoch kaum Pommes frites auf den Tellern der Schweizer. Weil darum im Herbst große Überschüsse an Kartoffeln drohen, sehen sich die helvetischen Bauern jetzt nach kreativen Lösungen um: Da wäre zum einen die Idee, die Pommes-Kartoffeln an Kühe zu verfüttern. Oder sie per Einspeisung in Biogasanlagen zur Stromgewinnung zu nutzen.

Am ehesten favorisiert wird jedoch das belgische Beispiel: Die Belgier als weltweit größte Exporteure von Pommes frites leiden ebenfalls stark unter der Coronakrise. Damit nicht 750.000 Tonnen Kartoffeln entsorgt werden müssen, ruft der belgische Kartoffel-Dachverband die Bevölkerung in einer Kampagne auf, zwei Mal pro Woche Pommes frites zu ­essen.

In Anbetracht der 45 Kilogramm Kartoffeln, die ein Schweizer durchschnittlich pro Jahr isst, und dem europäischen Durchschnitt von über 60 Kilogramm, kann man feststellen: Da ist noch Luft nach oben.

Foto: Ben Wiens