D – Oberschwaben | 25.05.-30.11. | Die Verbindung zu seiner oberschwäbischen Heimat hat der international renommierte Stahlbildhauer Robert Schad nie abreißen lassen. Jetzt widmet er dieser Region ein ehrgeiziges Kunstprojekt mit 60 Großskulpturen.

Robert Schad, Beuron Kirchplatz, KNOX 2016,© VG Bild-Kunst, 2019

Wer jemals über den Marienplatz in Ravensburg spaziert ist, kennt wahrscheinlich den Stahlskulpturen-Brunnen „Caide“. Er ist ein Werk von Robert Schad (*1953) und steht dort seit rund 25 Jahren. Wenngleich der mehrfach preisgekrönte Bildhauer längst in Larians (Frankreich) und Chamosinhos (Portugal) lebt, so knüpft er doch die Bande zu seiner Geburtsstadt Ravensburg wieder enger. Im vergangenen Jahr stand auf dem dortigen Serpentinenweg eine Stahlskulptur von ihm.

Dominique Vérité

Jetzt geht es um ein Großprojekt: Ab Mai werden mehr als 60 riesige Skulpturen von Robert Schad an mehr als 40 Orten aufgestellt sein – unter anderem am Ufer des Bodensees, auf der keltischen Heuneburg, gegenüber der barocken Klosteranlage Ochsenhausen, in einer Lichtung im Wald von Ostrach und auf dem Dorfplatz in Oberdischingen. „Mein Anspruch ist es, denjenigen, die der Skulptur begegnen, einen Impuls zu geben, um sich auf die Reise in ihre ureigene Assoziationswelt aufzumachen“, erklärt Schad. Das Projekt soll die unterschiedlichsten Orte in Oberschwaben in Verbindung bringen.

Robert Schad, RavensburgVeitsburghang, VYGON 2017, Foto: WynrichZlomke© VG Bild-Kunst, 2019

Seine Skulpturen aus rostrotem Vierkantstahl sind oft tonnenschwer und wirken doch federleicht, manchmal geradezu tänzerisch. Er selbst nennt sie „Zeichnungen im Raum“.  An groß angelegte Projekte hat sich Schad bereits in den vergangenen Jahren gewagt: 2016 in der Bretagne, 2017 in Portugal und 2018 in den Städten Metz und Saarlouis. Jetzt realisiert er erstmals ein derartiges Projekt in seiner Heimat.

25.05.-30.11. | 40 Orte in Oberschwaben | www.robertschad.eu

ZUSATZ:
Noch vor Eröffnung des Skulpturenprojekts ˈRobert Schad – Von Ort zu Ortˈ wurde eine seiner Skulpturen gestohlen und eine mit Farbe beschmiert.

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai stahlen Diebe die über eine Tonne schwere Stahlskulptur, Wert ca. 50.000 EURO. Die Groß-Skulptur KAPNAK stand seit Ende März an der Zundelbacher Linde in Schlier und war eine von über 60 Kunstwerken innerhalb des temporären Skulpturenprojekts ‚Robert Schad – Von Ort zu Ort‘ in Oberschwaben. Der Künstler und der Förderverein ‚Freundeskreis Skulpturenprojekt Robert Schad 2019 e. V.‘, der das Großprojekt finanziert, sind entsetzt. Ihnen ist ein Rätsel, wie diese massive Stahlskulptur ungesehen abtransportiert werden konnte. Um die 226 × 64 × 113 cm große Arbeit zu entwenden, benötigt man mindestens einen Radlader. Robert Schad hat sie eigens für diesen Ort angefertigt. „Meine rostroten Stahllinien ziehen sich wie ein roter Faden durchs Land und führen denjenigen, der ihm folgt, zu den schönsten und prägnantesten Orten Oberschwabens“. Es wurde jetzt Anzeige gegen Unbekannt bei der Ravensburger Polizei gestellt. Die Untersuchungen laufen. Für die Zurückführung der Skulptur wird eine Belohnung von 1000 € bezahlt. In Neuravensburg dagegen kam es zu Vandalismus: die Skulptur SYRIMM auf der Burgruine wurde mit Farbe beschmiert.
Schlier, Zundelbacher Linde, KAPNAK 2019, Foto Bernhard Strauss