CH – Pfyn/Nottwil | Marcel Hug hat Goldmedaillen gewonnen, Rekorde aufgestellt und jetzt auch noch den „Oscar des Sports“ erhalten: Der Rollstuhl-Leichtathlet wurde bei den „Laureus World Sports Awards“ zum Behindertensportler des Jahres 2018 gekürt.

Der Laureus Award gilt als die weltweit wichtigste Auszeichnung für einen Sportler. „Dass ich ihn einmal erhalten könnte, hätte ich nicht mal zu träumen gewagt“, sagt Marcel Hug über die Ehrung, die in diesem Jahr auch den Tennisstars Roger Federer und Serena Williams zuteil wurde. Freilich hat Marcel Hug schon viele Erfolge erzielt. Er errang mehrere Europameister- und Weltmeistertitel. Bei den jüngsten Paralympics in Rio 2016 holte er über 800 Meter und im Marathon die Goldmedaillen sowie Silber über 1500 und 5000 Meter. Er hält den Weltrekord über 800 und 10.000 Meter und wurde sechsmal zum Schweizer Behindertensportler des Jahres gekürt. Sein Wunsch: „Ich möchte als Sportler und Mensch respektiert und nicht als Behinderter bewundert werden.“

Marcel Hug wurde im Jahr 1986 mit Spina bifida (offener Rücken) geboren. Zusammen mit drei älteren Brüdern wuchs er auf einem Bauernhof im thurgauischen Pfyn auf. Im Alter von 10 Jahren startete er zum ersten Mal an einem Juniorenrennen. Seit 2005 ist er in der Schweizer Nationalmannschaft des Rollstuhlsports Schweiz (RSS) und seit 2010 Profisportler. Er lebt in Nottwil im Kanton Luzern. In sportlicher Hinsicht haben in diesem Jahr die großen Städtemarathons hohe Priorität für ihn. „Aber auch auf die Europameisterschaften im August in Berlin freue ich mich sehr“, berichtet er. Und was ist ihm sonst noch wichtig? Weil er wegen des Sports viel unterwegs ist, schätzt er es, „wenn ich einmal die Ruhe genießen kann. Am liebsten in der Natur, bei einem Essen mit Freunden oder einfach zu Hause.“

www.marcelhug.com

Text: Ruth Eberhardt Foto: Brigit Willimann