CH – St. Gallen | 13.06. | Eine lange Liste an Auszeichnungen und Nominationen schmücken das Werk von Roman Riklin. Der St. Galler machte bereits in den 90er-Jahren mit der Band „Mumpitz“ von sich hören. Heute lebt das Multitalent in Zürich und sieht seine Familie als Lebensmittelpunkt. Die Ideen gehen ihm aber nie aus.

Ebenfalls in den 90ern legte Riklin die Grundsteine für das Ostschweizer Kulturmagazin „Saiten“, das dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert: „Wenn niemand weiß, was wann wo abgeht, kann auch niemand hin“, begründet er seine Motivation dafür.

Der Allrounder ist Autor und Komponist erfolgreicher Musicals wie „Ewigi Liebi“, „Ostside Story“, „Mein Name ist Eugen“ und gerade ganz aktuell „Supermarkt Ladies“. Außerdem entstammen seiner Feder Theatermusik und –stücke. Für Kinder und Erwachsene steht er in zahlreichen Projekten selbst auf der Bühne – und alles hat er sich selbst beigebracht. „Ich komme aus einer musikalischen Familie. Mit sieben Jahren bekam ich Cello-Unterricht.“ Alle anderen Instrumente lernte er autodidaktisch. Darunter Gesang, Klavier, Gitarre, Handorgel und Ukulele.

Auf die Frage, ob er lieber komponiere oder selbst performe, antwortet Riklin: Am meisten interessiere ihn ganz klar der Schöpfungsprozess. „Das Konzepten, Texten, Geschichten entwickeln, Komponieren. Dass ich immer wieder selber auf die Bühne gehe, hat damit zu tun, dass ich gerne Abwechslung habe und gewisse Songs nur zum Publikum finden, wenn ich sie selbst vortrage.“

Wegen seiner Musicals wird er der Schweizer Lloyd Webber genannt. Dabei hatte er früher eher ein zwiespältiges Verhältnis zum Genre: Es gebe viele schlechte Musicals und Vorurteile gegenüber „diesem ungeliebten Stiefkind der Künste“. „Das ist schade, denn ich halte das Musiktheater für die Königin der Erzählkunst.“

Mit dem Kleinkunst-Trio „Heinz de Specht“ ist Riklin gerade auf Abschiedstournee. In 15 Jahren bestritt er mit Christian Weiss und Daniel Schaub über 700 Konzerte mit sechs Bühnenprogrammen. In dieser Zeit hätten sich jeder von ihnen weiterentwickelt. „Manchmal muss man aufhören, damit Neues entstehen kann“, meint er nun, sie seien aber alle auch künftig musikalisch aktiv. Die „Tribute to Heinz de Specht-Tour“ ist so gut wie ausverkauft, u.a. noch am 5. Mai im Presswerk in Arbon und am 2. Juni ein allerletztes Mal im Casinotheater Winterthur zu sehen.

„Ab Mai bin ich aber wieder mit dem ,Secondhand Orchestra‘ unterwegs. Das sind Adrian Stern, Frölein Da Capo, Daniel Schaub und ich. Wir spielen zu Beatles Ehren ,Sgt. Pepper – Ein Mundartabend‘ auf den Spuren des besten Albums aller Zeiten.“ Das 1967 erschienene Beatles Album „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club“ schrieb Musikgeschichte. Die Schweizer Interpreten mischen heute eigene Songs mit den übersetzten Pepper-Songs. „Eine Art multimedialer Liederabend voller Überraschungen.“

Sgt. Pepper: 13.06., 20 Uhr | Das Zelt, Kreuzbleiche, Bogenstrasse 10, CH-9000 St. Gallen | www.daszelt.ch, www.romanriklin.com