CH – St. Gallen | Roman Signer ist Bildhauer, Zeichner, Aktions-Konzeptkünstler und Filmer. Er lebt und arbeitet in St. Gallen. Am 19. Mai feiert er seinen 80. Geburtstag und am 25. Mai ist Vernissage seiner Ausstellung „Spuren“ im Kunstmuseum in St. Gallen.

Signers Werke werden international gefeiert. Seine „kleinen und großen Ereignisse“, wie er sie nennt, haben Roman Signer weltweit bekannt gemacht. Seine Aktionen sind Legende. Signer gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Schweiz, seine Arbeiten befinden sich in den wichtigsten Sammlungen und Museen der Welt. Der gebürtige Appenzeller hat auf Wunsch der Eltern mit einer bodenständigen Berufsausbildung begonnen. Er lernte Radiomonteur. Signer tüftelt und bastelt gern. Und er lässt es gern knallen. Deshalb wurde er oft als „Sprengmeister der Nation“ belächelt. Und ja, sein Humor, der von tiefer Einsicht ins Leben spricht und durch Klugheit beglückt, kennt durchaus witzige Elemente. Zum Beispiel wenn er sich die Mütze vom Kopf oder die Brille von der Nase sprengt. Das klingt nach Unterhaltung. Eine heikle Sache in der Kunst. Darf man über Kunst lachen? Roman Signer stellte einmal die Gegenfrage: „Muss Kunst langweilig sein?“

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Signer versteht es, aus dem Alltäglichen eine Komik zu generieren, die das vermeintlich Vertraute und Normale hinterfragt. Kann ein kugelsicherer Regenschirm seinen Besitzer schützen? Roman Signer hat es ausprobiert. 1997 entdeckte er im Schaufenster eines Waffengeschäfts in New York einen dunklen Schirm, der als kugelsicher angepriesen wurde. Signer kaufte den Schutzschirm, montierte einen roten Luftballon darunter und machte den Schuss-Test. Der Ballon blieb heil. Auf einem Fahrradweg im niederländischen Zeewolde stellte Signer eine Windkabine auf, die durchfahrenden Radlern einen Moment lang starken Seitenwind bescherte. In Appenzell hat er am Ufer der Sitter einen Tisch errichtet, der je nach Belastung kippen kann, sodass alles darauf Liegende in den Fluss rutscht. Er verwandelt Gummistiefel in Wasserfontänen, lässt Stand-Ventilatoren gegeneinander anblasen. Der Kampf des Menschen mit der Natur und den Elementen klingt in seinen Arbeiten ebenso an wie all die kleinen Kämpfe mit den vielen Objekten, die der Mensch in die Welt gesetzt hat, um sich das Leben zu erleichtern. Einmal sagte er: „Es liegt etwas Tröstliches darin, dass auch die schlimmsten Dinge eine amüsante Seiten haben können.“

Spuren

Trotz seiner Weltläufigkeit hat er die Verbindung zur Ostschweiz nie gekappt, und er hat Spuren hinterlassen, auch in St. Gallen. Diese Spuren sind das Thema der Ausstellung. Neue Interventionen des Künstlers geben der Präsentation jene unverwechselbare Dynamik, die man von Roman Signer jeden Augenblick erwartet.

26.05.-12.08., Di-So 10-17 Uhr, Mi 10–20 Uhr | Sonderprogramm „Offenes Kunstlabor“, „Kinder Kunst Klub“, „Kunst & Kaffee“ | Kunstmuseum St. Gallen, Museumstrasse 32, CH-9000 St. Gallen | +41 (0)71 242 06 71 | info@kunstmuseumsg.ch, www.kunstmuseumsg.ch